Samstag, 31. Dezember 2016

Weihnachten bei den Otten in Aberdeen

Unser erstes gemeinsames Weihnachtsfest war einfach wunderschön mit vielen unvergesslichen Momenten. Nach dem Frühstück starteten wir entspannt in den Tag und bereiteten die letzten Speisen für unser Festmahl vor. Weihnachtliche Musik tönte dabei durch unser Otteneim. Von klassischen Weihnachtsliedern (für Ottenpapa natürlich von Helene Fischer gesungen) bis zu Christmas Popmusik war alles dabei. Das Ottenbaby spielte, krabbelte und knurrte an diesem Morgen etwas, da die bösen Schneidezähne einfach nicht durchbrechen wollten und sie so sehr quälten.
Natürlich schmissen wir uns in unsere Weihnachtsoutfits (alle abgestimmt aufeinander im Rentierdesign) bevor wir anschließend lange spazieren gingen. Das Wetter war herrlich. Die Sonne schien und kalter Wind sauste uns um die Ohren. Wir erkundeten einen Teil der Nachbarschaft, den wir bisher noch nicht kannten (große Häuser und dicke Autos).
Zuhause wieder angekommen, tranken wir erstmal einen Kaffee bzw. Tee und aßen genüsslich verschiedenste Weihnachtsgebäcke. Dabei laß ich dem Ottenbaby (zwangsweise auch dem Ottenpapa) die Weihnachtsgeschichte aus dem Lukas Evangelium vor. Wenn wir in diesem Jahr schon nicht zum Gottesdienst gehen konnten, dann sollte zu mindestens der Bibeltext an diesem Tag nicht fehlen.
Ottenbaby und ich schliefen anschließend, während der Ottenpapa fleißig kochte. Unbemerkt schlich sich das Christkind ins Wohnzimmer und legte einige Geschenke ab und klingelte mit einem Glöckchen. Das Ottenbaby stürmte in ihrem schnellsten Krabbelgang direkt auf das Bällebad zu. Alle weiteren Geschenke waren für das Ottenbaby uninteressant. Ottenhund hingegen war bei jedem Geschenk dabei, in der Hoffnung noch weitere Leckerchen zu erhalten. Nach unserer kleinen aber feinen Bescherung gab es dann auch das (fast ausschließlich) vom Ottenpapa gekochte Festmahl. Es war definitiv köstlich und hat den Abend perfekt abgerundet. Der Sauerbraten hat uns auch nicht, wie ich zuvor befürchtete, ins Krankenhaus gebracht. Ottenpapa war von seiner Kochleistung ebenfalls überzeugt, wobei er beim nächsten Mal den Braten noch länger einlegen will.
Zum guten Schluss skypten wir noch mit unseren Familien in Deutschland bevor der erste Heilige Abend bei den Otten sich dem Ende zuneigte. Unser Fazit: Das erste Weihnachten als kleine Familie war einzigartig, wunderschön und voller Freude.
Den ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag haben wir ebenfalls entspannt und ruhig verbracht. Wir gingen spazieren, spielten, lachten, sangen, aßen und genossen einfach die Zeit als Familie. Am zweiten Weihnachtsfeiertag schneite es sogar etwas. Dies war das beste Geschenk für den Ottenhund, denn sie liebt den Schnee.


Freitag, 23. Dezember 2016

Night before Christmas Eve

Die Ruhe vor dem heiligen Fest ist nun auch im Ottenheim eingekehrt. Heute haben wir noch alles notwendige erledigt, damit wir morgen einen entspannten und besonderen ersten gemeinsamen Heiligen Abend verbringen können.
Obwohl ich mich sehr auf Weihnachten mit meiner eigenen kleinen Familie freue, bin ich auch etwas traurig und gleichzeitig nervös. Hoffentlich schaffen wir es, dass es ein wunderbares Fest wird, an welches wir uns gerne zurückerinnern werden (nicht nur weil es das erste Weihnachtsfest mit Kind ist, sondern auch, weil wir es hier im fernen Schottland verbringen). Es ist also so oder so außergewöhnlich und besonders für uns.
Mit diesem Weihnachtsfest werden wir irgendwie so richtig Erwachsen. Das mag jetzt für einige blöd klingen, aber bisher kehrten wir immer als "Kinder" (wir bleiben natürlich immer die Kinder unserer Eltern, allerdings ändert ein eigenes Kind einfach alles) in unsere Ursprungsfamilien an den Feiertagen  zurück und erlebten die gewohnten Bräuche, die unsere Familien pflegten und liebten. Nun ist es anders. Jetzt sind wir Eltern, die dafür verantwortlich sind unserem Ottenbaby unvergessliche Weihnachtsfeste zu bescheren mit besonderen Ritualen und Bräuchen, an die sie sich einmal gern zurückerinnern wird. In diesem Jahr versteht das Ottenbaby zwar noch nicht sonderlich viel, aber für uns ist es ein besonderer und emotionaler Tag.
Nun werde ich eines meiner weihnachtlichen Rituale pflegen und "drei Haselnüsse für Aschenbrödel" gucken (gibt es glücklicherweise auf YouTube). In diesem Sinne wünschen wir allen ein gesegnetes, friedvolles, besinnliches und schönes Weihnachtsfest.

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Letztes Wochenende vor Weihnachten

Das vergangene Wochenende haben wir es leider nicht nach Stonehaven geschafft. Stattdessen waren wir bei einem Winter-/Weihnachtsfest bei uns im Park. Dieses war wirklich süß gemacht. Es gab für alle kostenlose Santa Claus Mützen und kleine schnuckelige Mintpies. Diese wurden von verschiedenen Elfen verteilt. Verschiedenste Aufführungen von Kindern und Erwachsenen füllten das Programm bis zum Höhepunkt: Santa Claus fuhr auf einem Schlitten, gezogen von seinen Rentieren (Rudolf haben wir allerdings nicht gesehen) durch den Park. Die zahlreichen Kids waren völlig aus dem Häuschen, während unser Ottenbaby seelenruhig im Kinderwagen schlief. Ottenhund begrüßte währenddessen sämtliche Artgenossen. 
Darüber hinaus haben wir endlich unser Weihnachtsmenü geplant. Auf Wunsch des Hausherren gibt es als Hauptgang Sauerbraten mit Zimtrotkohl und Klösen. Also ganz traditionelle deutsche Küche. Den Braten hat der Ottenpapa bereits eingelegt. Ich bin mal gespannt, also nicht nur auf den Sauerbraten (habe ich noch nie gegessen, immerhin habe ich mich über 13 Jahre vegetarisch ernährt), sondern ob wir nicht mit einer Lebensmittelvergiftung im Krankenhaus landen. Ottenpapa kann kochen, ja wirklich, aber auch für ihn ist Sauerbraten Neuland. Also, wenn ihr nichts von uns hört, dann wisst ihr woran es liegt und wo wir uns befinden!
Am Samstag haben wir unseren Baum geschmückt. Dieser prachtvolle "evergreen" ist ein besonders hübsches Exemplar. Die bunte und blinkende Lichterkette (die zweite im Wohnzimmer) lenkt von der dann doch eher langweiligen und traditionellen silberfarbenen Dekoration ab. Bunt und anders, genauso wie dieses Jahr erscheint also auch unser Weihnachtsbaum. Das Ottenbaby findet die verschiedenen Farben auf jeden Fall klasse.
Ansonsten haben wir am Wochenende immer wieder darüber nachgedacht, wo wir nach diesem Jahr als Familie leben wollen. Wir hatten uns auf ein Haus in einer Neubausiedlung beworben und mussten uns nun entscheiden, ob wir das auch wirklich wollen. Eine meiner lieben Herzensfreundinnen sagte nur nüchtern, wenn ihr euch in der besagten Stadt dann doch nicht wohl fühlt zieht ihr einfach noch einmal um. Es ist ja nur zur Miete. Irgendwie hat sie recht, doch hängt so viel an dieser Entscheidung (Betreuung des Ottenbabys und Ottenhundes, mein Referendariat, Ottenpaps Pendeln zu seinem Job usw.).
Die Bilder in dem Beitrag sind aus den letzten Wochen zusammengetragen. Auch noch ein Endresultat vom Schnäuzer des Ottenpapas bekommt ihr zu sehen (und er kann sich auch sehen lassen!). 

Dienstag, 13. Dezember 2016

Updates aus dem Krankenlager

Uns hat es nun auch erwischt. Wir sind krank. Unser Ottenheim gleicht einem kleinen Krankenlager mit dem Ottenpapa als Krankenpfleger (er macht das richtig gut). Das Ottenbaby verkraftet es besser als ich, allerdings fiebert sie auch nicht. Mich hat es so richtig getroffen. Der Ottenpapa ist sogar der Meinung, dass mich die böse Männergrippe befallen hat.
Einige Berichte hatte ich in den letzten zwei Wochen begonnen, aber nie geschafft fertig zu stellen. Irgendwie verlieren sie dadurch an Aktualität, daher fasse ich kurz die wichtigsten Updates zusammen.
  • Der Ottenpapa hat es tatsächlich geschafft. Sein Schnäuzer blieb den kompletten November stehen. Auch die ersten Tage im Dezember musste er noch nicht weichen. Als die konservativen Familienfotos  (Ottenpapa und ich trugen unsere Jumper im Partnerlook, Ottenbaby und Ottenhund ihre Weihnachtsoutfits) anstanden musste der so mühsam gewachsene Schnurrbart dann aber doch ab.
  • Ottenpapa hat seine erste Klausur geschrieben und sie natürlich mit der Bestnote bestanden. Ich bin schon etwas Stolz auf meinen Mann. Für ihn ist das ja nochmal eine andere Herausforderung hier im Norden Schottlands, da er Studium und uns vereinbaren muss. Ich werde ihn dazu bringen, dass er mal einen Bericht über seinen Master und das Studium verfasst.
  • Ottenhund hat so eine Art Pflegefamilie gefunden. Ein Internetportal (nutzbar gegen Bezahlung) machte es möglich. Menschen, die gerne einen Hund hätten, allerdings die Zeit nicht regelmäßig aufbringen können, suchen nach Besuchshunden und umgekehrt. Wir haben uns bereits zweimal mit der Familie getroffen und der Ottenhund liebt sie schon jetzt. Das ermöglicht es uns, doch den ein oder anderen Ausflug zu machen. Wir durften nämlich schon feststellen, dass die Schotten in ihren Restaurants und Shopping Malls nicht so dog friendly sind.
  • Ein paar aufregende Tage mit den Ottengroßeltern liegen hinter uns. Sie haben uns Anfang Dezember hier im Norden Schottlands besucht. Der Ottenhund ist ausgeflippt, als sie unser Ottenheim betraten. Auch das Ottenbaby fand schnell den Weg zu ihren Großeltern und kuschelte ausgiebig mit ihnen. Wir aßen am ersten Abend natürlich Chips and Fish von "unserer Bude" und tauschten viele Neuigkeiten aus. Die restlichen Tage haben wir meistens ab dem späten Nachmittag gemeinsam verbracht. Gemeinsames Essen, Lachen, Fußball gucken und einfach die Zeit genießen stand auf dem Programm. Neben dem Besuch bei uns, haben Ottenoma und Ottenopa noch Aberdeen und Umgebung (Peterhead, Stonehaven, Dunnotarcastle) erkundet. 
  • Pünktlich zum Besuch von Ottenoma und Ottenopa hat das Ottenbaby am Freitag ihre ersten beiden kleinen Zähnchen unten bekommen. Sehnsüchtig haben wir ja schon auf diese gewartet. 
  • Das Ottenbaby krabbelt seit gestern. Das ist das beste Geschenk, dass wir zu unserem siebten Jahrestag bekommen konnten. Die Entwicklung der eigenen Kinder mitzuerleben, ist einfach unbeschreiblich und macht wahnsinnig glücklich. Ottenbaby ist nicht mehr zu stoppen und will sich trotz der Erkältung nur bewegen. Seit einigen Tagen wird auch das Hochziehen geübt. Wie schnell sie doch beginnt ihre eigene Welt zu entdecken.
Hoffentlich sind wir bis zum Wochenende wieder fit, denn da kommt Santa auf einem Boot in den Hafen von Stonehaven herein gefahren und das wollen wir doch gern sehen. Bis dahin werden wir uns ausruhen, sofern das krabbelnde Ottenbaby es zu lässt. 

Sonntag, 27. November 2016

Christmas Spirit im Ottenheim

Auch in Schottland ist die vorweihnachtliche Stimmung zu spüren. Die Geschäfte sind geschmückt. Die Weihnachtsmusik dröhnt aus allen Lautsprechern. Geschenksets in allen Variationen stehen in den Schaufenstern und Santa Claus ist in verschiedenen Lokalitäten anzutreffen.
Auch wir Otten haben uns von dem hier herrschenden Christmas Spirit anstecken lassen. Täglich hören wir (besonders das Ottenbaby und ich) Weihnachtsmusik. Zum einen liebt das Ottenbaby Musik. Zum anderen kann ich keine Adventszeit ohne Frank Sinatras "The Christmas Album" verbringen. Auch die Jackson 5 dürfen niemals fehlen und wenn es dann gar nicht mehr anders geht, schallt auch Wham! mit ihrem Ohrwurm "Last Christmas" durchs Ottenheim.
Nicht nur typische Weihnachtspullover, wie im Film Bridget Jones, und ein Weihnachtsoutfit fürs Ottenbaby sind bei uns eingezogen, sondern auch super kitschige Dekorationen aus dem 1-£-Laden. Es ist anders. Es glitzert, funkelt und strahlt in pinker Farbe. Doch genau so soll es sein! Anders! Besonders! Einmalig! Außergewöhnlich! Dieses Jahr ist das Fest der Freude nämlich genau das für uns.
Einen improvisierten Adventskranz (aus Plastik mit glitzernder silbernder Deko und einer nach italienischem Biscuit duftenden Yankee Candle in der Mitte) gibt es bei uns auch. Wir sind gestern noch extra in ein Garden Center gefahren, um dann festzustellen, dass die dort alles haben, außer Pflanzen. Ok ein paar Weihnachtsbäume (künstlich und echt) haben wir gleich hinter dem Winter Wonderland, in welchem die Kinder Santa Claus treffen können, dann doch gefunden.
Obwohl vieles so anders, bunt und schrill in diesem Jahr ist, genießen wir diese besondere Zeit gemeinsam als Familie. Alte Gewohnheiten (Mandarinen gibt es erst am 1. Advent) paaren sich mit neuen Erfahrungen. Doch eines bleibt immer gleich, nämlich die Vorfreude in wenigen Wochen erneut das Geburtsfest Jesu zu feiern. In diesem Sinne wünschen wir euch einen gesegneten 1. Advent und einen besinnlichen Start ins neue Kirchenjahr.

Freitag, 25. November 2016

Best Friends

Ottenhund und Ottenbaby haben in den letzten Wochen eine ganz besondere Beziehung aufgebaut. Das liegt sicherlich auch daran, dass das Ottenbaby gerne ihren Mittags- und oder Abendbrei mit dem Vierbeiner teilt.
Besonders das Ottenbaby liebt den Ottenhund. Dieser bringt das Ottenbaby regelmäßig herzhaft zum Lachen. Streichel- und Kuscheleinheiten gehören auch immer häufiger dazu, auch wenn wir das Ottenbaby kontinuierlich daran erinnern müssen nur zu streicheln und nicht im weichen Fell zu ziehen. Auch dem Ottenhund gefällt die neu gewonnene Nähe zum Ottenbaby. In den ersten Lebensmonaten haben wir die beiden nämlich auf Abstand gehalten, da unser Ottenhund zum dauerschlecken neigt (keine Hand bleibt ihr trocken). Mittlerweile wird zwar weiterhin in Dauerschleife geschleckt, aber wir sind etwas entspannter geworden.
Gemeinsam erkunden die beiden nun die Welt, besser gesagt unser kleines Ottenheim. Sie hocken vor dem Fenster oder spielen "jage den Ottenhund" (eine richtige Jagt ist das allerdings noch nicht, sondern eher ein Schneckenrennen). Egal wo der Ottenhund auch liegt, das Ottenbaby pirscht hinterher.  Auch die Mahlzeiten (des Ottenbabys) werden schwesterlich geteilt.
Wir freuen uns darauf weiterhin zu sehen wie die Beziehung unserer beiden Babys weiterhin wächst und das besonder Band stärker wird.

Dienstag, 15. November 2016

Samstags im Duthie Park

Nach der Sensory Class (diesmal hatte der Ottenpapa das Ottenbaby begleitet) beschlossen wir einen kleinen Ausflug zu machen. Es war einfach sonnig und wunderschön draußen. Der Mittagsbrei (Möhre-Fenchel-Kartoffel-Rindfleisch mit Rapsöl und O-saft verfeinert) wurde natürlich noch gierig vom Ottenbaby verschlungen (sie macht neuerdings nach jedem Löffel immer den Laut Mhhhh) und dann ging es auch schon los. 
Der Duthie Park ist etwas kleiner als der Hazelhead Park in unserer Nachbarschaft, doch mindestens genauso schön. Die Parkanlagen in Aberdeen sind generell alle sehr gepflegt und toll bepflanzt. Den Duthie Park macht der David Welch Winter Garden so besonders. Dies ist ein bepflanzter Indoor Garten mit tropischen Pflanzen. Leider sind Hunde im drinnen nicht erlaubt. In der Mitte des Parks steht ein riesiger weißer Pavillon (ich hab nur darauf gewartet, dass Rory oder Lorelai vorbeikommen). In diesem können Trauungen vollzogen werden. Eine wahrhaftig traumhafte Kulisse. 
Im Park spazierten unglaublich viele Familien mit und ohne Hunde an diesem Samstag. Scheinbar wollten viele Leute Vitamin D tanken und noch einmal die Sonne auf der Nase kitzeln spüren. Während wir unsere Runden drehten oder Faul in der Sonne saßen, machte das Ottenbaby seelenruhig den Mittagsschlaf in ihrem Kinderwagen. Der Ottenhund begrüßte unzählige Artgenossen (Mitch hat ihr besonders gut gefallen), posierte für Fotos und bewachte den Park. Zufällig haben wir eine Kommilitonin des Ottenpapas getroffen. Auch sie war mit ihrer Hündin unterwegs.
Nach zwei Stunden haben wir uns dann auf den Heimweg gemacht, denn wir hatten, wie immer am Wochenende, noch einiges zu tun. 

Samstag, 12. November 2016

Rhythm Class

Mittwochs haben das Ottenbaby und ich seit zwei Wochen immer eine Rhythm Class. Ja genau, ihr lest richtig, wir besuchen eine weitere Class. Klar wir wollen unser Ottenbaby natürlich fördern und ihre Entwicklung unterstützen, allerdings sind diese verschiedenen Gruppen bzw. Classes auch eine Möglichkeit für mich einmal aus dem Alltag auszubrechen. Das Leben hier als SAHM (stay at home mom) ist nämlich manchmal ganz schön einsam.

Wir sind nur eine kleine Truppe (4 Mütter + Leitung) in der Class. Neben zwei Schottinnen besucht auch eine Holländerin, die ebenfalls für ein Jahr in Aberdeen lebt, diesen Kurs. Die Größe ermöglicht es, dass wir uns wirklich kennen lernen können. Die anderen beiden Babys sind 4, 5 und 9 Monate alt.
Eine Sitzung dauert 1,5 Stunden und findet in einer "Spielfarm" außerhalb von Aberdeen statt. Auf dem Weg dorthin haben wir einige Bauern, viele Schafe und zahllose Rinder entdeckt. Bei Gelegenheit werden wir mal Bilder machen. Landschaftlich ist der Weg echt wunderschön.
Die Class beginnt jedes Mal mit einer viertel Stunde freies Spielen (es liegen verschiedene Instrumente und Spielzeuge in der Mitte des Kreises, die die Babys erproben können). Wir Mütter nutzen die Zeit für einen Kaffeeklatsch. Anschließend startet das einstündige Programm. Das bedeutet, dass verschiedene Lieder, mit bestimmten Bewegungen/Massagen verknüpft, gesungen werden. Zum Schluss ist nochmal eine freie Spielphase für die Babys während wir über unterschiedliche Themen sprechen (z.B. Wachstum, Tragen von Babys in Tüchern...)
Die Rhythm Class fördert:

  • die Sprachentwicklung
  • die Hand-Auge Koordination
  • die Muskelentwicklung
  • das Balancegefühl
  • die Sozialen Fertigkeiten
  • die Körperwahrnehmung

Wir hatten bisher zwei Sitzungen. Sowohl dem Ottenbaby als auch mir gefällt es wirklich gut. Wir sind beide jedes Mal ziemlich müde, wenn wir wieder im Ottenheim ankommen. Ich versuche die Lieder inklusive der Bewegungen in unseren Alltag zu integrieren. Teilweise ist dies eine kleine Herausforderung, da ich die Songtexte immer wieder vergesse (ich schiebe es einfach mal auf die Stilldemenz)!

Montag, 7. November 2016

Ottenpapas Movember

Seit dem 1. November trägt der Ottenpapa einen Schnäuzer, denn ich habe ihn herausgefordert am Movember teilzunehmen.  Movember (eine Kontamination aus den Wörtern Moustache und November) wird hier im Vereinigten Königreich doch stark beworben. Es ist der Monat, in dem viele Spenden für die Männergesundheit gesammelt werden sollen. Als gemeinsames Zeichen dient der Schnurrbart.
Falls also jemand Lust hat den Ottenpapa zu unterstützen, kann es gern unter folgendem Link (http://mobro.co/mobrojoeo) machen. Er würde sich auf jeden Fall freuen. Das Wachsen des Schnäuzers wird hier natürlich dokumentiert. Ottenpapa selbst findet seinen Schnurrbart "hässlich".

Montag, 31. Oktober 2016

Busy Weekend

Am letzten Wochenende im Oktober standen viele Termine im Kalender der Ottenfamilie. Dementsprechend früh startete der Supersamstag im Ottenhaus. In ihrem neuen Halloweenoutfit gekleidet fuhren das Ottenbaby und ich mit dem Bus zur Sensory Class. Sie sah sehr niedlich aus, wobei ich der Meinung bin, dass ihr die Farbe rosa doch deutlich besser steht als orange. Ja ich gebe es gerne zu, ich bin eine absolute Stereotypenmama und ziehe ihr am liebsten rosafarbende Kleidchen  mit Feenstaub an.  Die anderen Babys der Class waren auch zuckersüß verkleidet. Besonders das kleine Krümmelmonster hat mir gefallen.
Nach der Class sammelte der Ottenpapa uns ein und setze mich am Hilton Hotel ab. Dort war ein Baby- und Kinderflohmarkt, den ich unsicher machen wollte, denn das Ottenbaby benötigte neues Spielzeug, einen Hochstuhl und viele viele neue Bücher (ich kann die ganzen Bücher alle schon auswendig). Vor dem Hilton Hotel war eine lange Warteschlange. Ich wartete ca. 15-20 Minuten, unterhalten von den zwei Amerikanerinnen hinter mir (gefühlt kenne ich jetzt beide Lebensgeschichten), bis ich endlich in die Verkaufsräume durfte. Die besten Stücke waren, wie das immer ist, schon vergriffen. Ich kämpfte mich also an die Stände, in der Hoffnung, doch das ein oder andere nützliche Teil zu erwischen. Leider vergebens. Meine Ausbeute war überschaubar. Ich ergatterte zwei Bücher, ein Motorikspielzeug und zwei undefinierbare lärmende Plastikgeräte (eigentlich befürworte ich ja Holzspielzeug, die Schotten scheinbar allerdings nicht).
Nach dem Mittagsschlaf zogen der Ottenpapa und das Ottenbaby gemeinsam los, um weiteres Spielzeug zu kaufen, während ich, wie meistens, den Brei für die Woche kochte. Ottenhund schlief seelenruhig auf ihrem Sofa. Pünktlich zum Highlight des Tages (Derby) kamen die beiden von ihrer Shoppingtour zurück. Stolz und mit strahlenden Augen präsentierte der Ottenpapa das neue Teil. Ich sag nur so viel, die lärmende Plastikspielzeugkollektion wurde erweitert.
Gemeinsam schauten wir die erste Halbzeit. Jeder drückte "seinem" Team die Daumen. Ich durfte mir natürlich anhören, dass ich ja immer nur ein Fan sei, wenn es mir passt. Laut dem Ottenpapa nämlich nur dann, wenn ich ihn damit ärgern kann. Er vergisst wohl ständig unseren Spruch im Ehering "Echte Liebe, ein Leben lang". In der zweiten Halbzeit guckte nur noch der Ottenpapa aufgeregt das Spiel, während ich das Ottenbaby fütterte und für uns Dinner kochte. Damit war der Supersamstag dann zumindest für mich vorbei.
Auch der Sonntagmorgen begann im Ottenhaus früh, denn der erste Schwimmkurs für das Ottenbaby stand bevor. Gemeinsam fuhren wir zum Gym, welches in der Nähe des Strandes ist. Ottenbaby und ich stiefelten zum Schwimmen, während Ottenpapa den Ottenhund am Strand ausgiebig ausführte. Wir kauften für das Ottenbaby ein Starter Packet. Dies enthält eine Unterlage aus Neopren, eine "Neoprenwindel" (wird über die Schwimmwindel gezogen), einen Neoprenanzug und eine Neoprenweste. Alles natürlich, weil ich ja so auf Mädchenfarben stehe, in Pink. Das Ottenbaby sieht so niedlich darin aus. Babys in Neoprenanzügen sind einfach goldig.
Jetzt aber zur Class. Unser Ottenbaby liebt das Wasser, ganz wie die Ottenmama. Sie gehört allerdings zur faulen Sorte, denn sie bewegt ihre kleinen Hobbitfüßchen keinen Zentimeter, sondern lässt sich lieber von der Ottenmama durchs Wasser ziehen. Die Class dauert insgesamt eine halbe Stunde. Das hört sich wenig an, ist aber für so ein kleines Wesen eine ziemliche Anstrengung. Vieles wird mit Gesang bzw. Sprüchen unterstützt, sodass das Baby auch bestimmte Laute bzw. Wörter mit Handlungen verbindet.
Nach der Class sammelte der Ottenpapa uns ein und wir fuhren nach Hause. Es dauerte keine fünf Minuten und das Ottenbaby schlief tief und fest in ihrem Babysitz (das macht sie eigentlich nur noch ganz selten). Der restliche Sonntag verlief entspannt. Ottenpapa spazierte am Nachmittag mit den Ottenbabys durch den Park, während ich an einer Hausarbeit über die geistlichen Spiele des Mittelalters arbeitete. Kulinarisch verwöhnt wurden wir ebenfalls vom Ottenpapa. Er kochte und ich skypte mit der Familie.
Noch ein kleines Update zu unserem Ottenbaby. Sie entwickelt sich im Moment so wahnsinnig schnell. Zur Zeit übt sie ihre Laute ausgiebig. Die Lautverbindungen MamMamMam oder LalLalLal schallen regelmäßig durchs Ottenhaus. Ottenpapa und ich sind der Meinung, dass wir auch schon ein PapPapPap gehört haben. Neben der Sprache werden auch die Bewegungen immer gezielter. Allerdings hat das Ottenbaby herausgefunden, dass sie sich nicht zwangsweise bewegen muss, um an ein Spielzeug zu kommen, denn es funktioniert mindestens genauso gut an der Spieldecke zu ziehen bis das Spielzeug vor ihrer Nase liegt.
Da der Beitrag am 31.10 veröffentlicht wird, wünsche ich allen Leserinnen und Lesern noch einen wunderbaren Reformationstag und verweise auf die lesenswerte Stelle im Römerbrief 3,28.

Donnerstag, 27. Oktober 2016

Throwback Thursday

Letzte Woche hatten wir einen wunderschön rotgefärbten Himmel. Dies hab ich genutzt, um unserem Ottenbaby zu erklären, dass die Engel bereits tausende Plätzchen für die Weihnachtszeit backen. Die wichtigen Dinge kann ein Kind nie zu früh lernen.
Ein wenig Vorfeude auf die besinnliche Weihnachtszeit spüre ich jetzt schon. Diese Zeit ist immer etwas besonderes. Ja sie hat gar etwas magisches mit all den vielen bunten Lichtern in den Fenstern und den verschiedensten sinnlichen Düften. Doch in diesem Jahr ist es mehr, es ist das erste Weihnachtsfest mit unserem Ottenbaby. Na gut, es ist auch der erste heilige Abend, den die Otteneltern gemeinsam verbringen. Also müssen wir erst einmal für uns herausfinden, wie wir diese besonderen Wochen/Tage für uns als Familie gestalten wollen. Eins ist jedoch klar. "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" und der Besuch eines Gottesdienstes gehören definitiv dazu.
In diesem Sinne wünsche ich euch, liebe Leser, dass ihr auch hin und wieder die Magie des Kindseins in den rotgefärbten Himmeln entdecken könnt und vielleicht sogar einen Engel mit Plätzchen erspäht.


Dienstag, 25. Oktober 2016

Die Organisationsotten

Ohne Organisation und Planungen funktioniert im Ottenhause nichts mehr. Daher haben wir uns vor einiger Zeit ein Whiteboard als Familienkalender angeschafft. Es ist echt ganz praktisch, da der komplette Monat abgebildet wird und alle Termine von allen Otten ihren Platz finden.

Jeder von uns hat eine eigene Farbe zugeordnet bekommen. Am Anfang eines Monats werden die kompletten Termine, die schon feststehen, eingetragen.
Zusätzlich notieren wir jede Woche auch die Meals, die wir so kochen wollen. Zum einen spart dies Geld, da wir mit einem Einkaufszettel einkaufen gehen und nur das Kaufen, was wir auch benötigen. Zum anderen ist ein Supermarkt fußläufig nicht zu erreichen. Wir können nicht mal eben etwas einkaufen gehen, wie wir es in Deutschland häufig taten. Daher planen wir auch dieses immer schön im Voraus.

Auch Dinge wie die Müllabfuhr (das Entsorgungssystem finde ich ziemlich gewöhnungsbedürftig) oder das wöchentliche Breikochen werden vermerkt. Zusätzlich führen wir noch eine To-do und Budget Liste für den jeweiligen Monat.


Dienstag, 18. Oktober 2016

Herbst

Der Herbst küsst seit einiger Zeit auch Aberdeen. Ich hab die letzten drei Wochen Bilder in unsere Nachbarschaft gemacht, um den herbstlichen Fortschritt zu dokumentieren. Es ist jedes Jahr erstaunlich, wie schnell die Blätter sich verfärben und dann doch zügig abfallen.

Es ist schon kalt geworden hier oben im Norden Schottlands. Teilweise bewegen wir uns nur noch im einstelligen Bereich. Dementsprechend sind wir Otten jetzt auch gekleidet. Ohne Kinderwagenfußsack mit gutem deutschen Qualitätslammfellchen verlassen wir das Haus nicht mehr. Auch eine dicke altrosafarbene Bommelmütze ist für unser Ottenbaby neuerdings Pflicht.

Die Ottenhündin betört die Rüden seit kurzem mit ihrem signalfarbenen pinken Mäntelchen (ja sie trägt diesen mit Stolz)! Der Elchpullover zog schon für die Weihnachtszeit bei uns ein. Ich konnte an dem Christmas-Aufsteller für Hunde (natürlich war der direkt auf dem Weg zur Kasse) nicht vorbeigehen, ohne etwas für unsere Ottenhündin mitzunehmen!
Ottenpapa und ich warten derweil noch auf unsere neuen Gummistiefel, um bald ausgiebig in den riesigen Pfützen mit der Ottenhündin planschen zu können.

Mit dem Herbstbeginn rückt auch Halloween immer näher. Viele Läden sind dementsprechend geschmückt. Kostüme, Dekoration und Kürbisse sind in jedem Supermarkt zu finden. Auch schon vor dem 31. Oktober gibt es viele Partys für Kinder und Familien. Wir haben für unser kleines Ottenbaby ein süßes Outfit gekauft. Dieser Halloween-Spirit ist irgendwie ansteckend. Die kleinen Kürbissöckchen rasseln sogar. Am 29. Oktober wird sie es dann in ihrer Sensory-Class tragen, da das Motto natürlich Halloween ist.
In Deutschland hingegen lege ich nicht besonders viel Wert auf dieses Ereignis, sondern feier lieber den Reformationstag, da ja Martin Luther vor 499 Jahren die 95-Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg nagelte.

Freitag, 14. Oktober 2016

6 Monate Ottenbaby

Vor genau 26 Wochen hat unser Ottenbaby das Licht der Welt erblickt und uns somit zu Eltern gemacht. Die vergangen 182 Tagen waren die wundervollsten, schönsten, aufregendsten, chaotischsten, liebevollsten, herzlichsten, außergewöhnlichsten, fabelhaftesten aber auch anstrengendsten Tage unseres Lebens.
Seit 4.368 Stunden dreht sich die Welt vom Ottenpapa und mir in einer anderen Geschwindigkeit. Manchmal dreht sich alles ganz ganz ganz schnell. Besonders in den Augenblicken, wenn das Ottenbaby größer wird. Natürlich freut es uns, wenn wir sehen, dass sie sich so prächtig entwickelt, sie so viele neue Dinge lernt, ihre Welt und sich entdeckt. Doch gleichzeitig wünsch ich mir, dass unsere Welt auch einmal ganz langsam ihre Drehungen vollzieht und wir jeden Moment ausgiebig genießen können.
Neben den Drehungen hat sich auch der Mittelpunkt unserer kleinen Welt vor 262.080 Minuten verändert. Das Ottenbaby ist das Zentrum unseres Lebens und lässt uns Entscheidungen treffen, die wir vor einem Jahr niemals getroffen hätten. Der Sinn des eigenen Lebens hat sich erweitert. Wir wollen keine dieser 15.724.800 Sekunden mit unserem kleinen Wunder missen. Sie ist, wie es der Pfarrer so schön in der Predigt sagte, unser Gottesgeschenk.

Wir feiern heute also Bergfest im ersten Lebensjahr unseres Ottenbabys. Das sorgt für Gefühlschaos, denn so sehr ich mich auf die weiteren 6 Monate mit vielen weiteren Entwicklungen unseres Babys freue, so sehr bin ich auch traurig, denn die vergangenen Monate seit ihrer Geburt sind viel zu schnell vergangen.

All die ersten Male (Windeln wechseln, Baden gehen, Autofahren, Zuhause ankommen, Spazieren gehen, ihr Lächeln, auf den Bauch rollen, Brei essen) sind nicht nur Erinnerungen, sondern Alltag geworden. Ihr erstes Lächeln ist mittlerweile ein richtiges Lachen. Sie entwickelt immer mehr ihren eigenen Kopf und bevor wir uns versehen, ist unser kleines Ottenbaby kein Baby mehr. Wir blicken also auf 6 Monate voller Erinnerungen, aber besonders auf Monate tiefster Liebe zurück und freuen uns auf weitere erste Male in dem nächsten halben Jahr.

Nun aber zu unserem Ottenbaby:
  • sie trägt Größe 74
  • sie wiegt 8620 gramm
  • sie ist 71cm groß
  • sie rollt fleißig vom Rücken auf den Bauch
  • sie liegt gerne auf ihrem dicken Bäuchlein und pupst dabei
  • sie hält ihren Kopf sehr sicher
  • sie spielt gern an ihren dicken Hobbitfüßchen
  • sie liebt ihre Sophie la giraffe
  • sie hat einen kleinen Dickkopf
  • sie isst mittags bereits einen Gemüse-Kartoffel-Fleischbrei (Brokkoli, Karotte oder Pastinake)
  • sie isst abends einen Milch-Getreidebrei (Haferflocken)
  • sie hat bisher keinen Zahn
  • sie findet den Ottenhund lustig
  • sie will ihren Brei am liebsten alleine löffeln
  • sie spielt mit ihrer Stimme
  • sie trinkt mittlerweile Fencheltee
  • sie hört uns gerne singen, besonders ihr Lieblingslied "Hände waschen"
  • sie lacht immer, wenn wir grunzen
  • sie guckt gerne Bücher an
  • sie ist eine kleine Wasserratte und badet gerne
  • sie interessiert sich für andere Babys.
In allem ist sie unser kleines Ottenbaby, welches unser Leben mit Liebe, Hoffnung, Glaube, Glück und ganz viel Freude füllt.

Mittwoch, 12. Oktober 2016

1. Besuch aus Deutschland

Am Sonntag war es endlich soweit. Unsere lieben Freunde (K&K) haben uns hier im hohen Norden Schottlands besucht. Die beiden machten einen Städtetrip nach Edinburgh und kamen bei dieser Gelegenheit auch bei uns vorbei. Mutig mieteten sie sich eine kleine Knutschkugel und fuhren erstmalig im Linksverkehr. Ich bin wohl die Einzige, die sich davor (noch) scheut.

Wir haben uns gegen Mittag in Stonehaven getroffen. Unsere Ottenhündin flippte ganz leicht aus, als sie die beiden sah. Auch wir freuten uns wirklich sehr. Gemeinsam erkundeten wir die Strandpromenade von Stonehaven. Dabei wurde natürlich viel gequatscht und sämtliche Neuigkeiten ausgetauscht. In solchen Momenten merke ich, dass die Welt in Deutschland auch nicht still steht und wir einiges nicht direkt miterleben. Wir genießen das Abenteuer Aberdeen natürlich, denn es ist eine unglaubliche und einzigartige Möglichkeit, die wir hier geboten bekommen. Allerdings würden wir auch gerne die besonderen Momente unserer Freunde und Familien in Deutschland teilen (Hochzeiten, das 1. Kind, 30. Geburtstage etc.).

Anschließend fuhren wir zu unserem Ottenheim. Dort gab es selbstverständlich eine kleine Haustour. K&K waren von der Größe des Hauses überrascht. Sie hätten es sich kleiner vorgestellt. Nach einem Kaffee und Kuscheleinheiten mit den Ottenbabys ging es für unseren Besuch und den Ottenpapa nach Old Aberdeen (historischer Stadtkern) und zum Strand. Ich versuchte währenddessen das Ottenbaby zum Schlafen zu bekommen. 

Auf dem Rückweg zum Ottenheim hielten die drei bei der von uns so geliebten Chips&Fisch-Bude. Es schmeckte, wir immer, vorzüglich. Dies konnten K&K nur bestätigen. Und mit jeder Minute des Essens rückte langsam der Abschied näher. Die Zeit ist viel zu schnell verflogen, aber so ist es ja immer, wenn man Spaß hat. Wir wollten sie gar nicht ziehen lassen, aber das mussten wir ja leider. 

K&K, danke für euren Besuch. Ihr habt uns etwas Heimat hergebracht und für einige Stunden stand die Welt ganz still. Die Zeit mit euch war so schön. Danke, dass ihr den weiten und mutigen Weg im Linksverkehr auf euch genommen habt.

Anmerkung: Die wundervollen Fotos des Beitrages stammen von K&K. 

Montag, 3. Oktober 2016

Dunnottar Castle

Ein sonniger Sonntag ist der perfekte Tag für den ersten Familienausflug der Ottenfamilie außerhalb von Aberdeen. Unser Ziel war Dunnottar Castle, eine atemberaubende Ruine. Diese steht in der Nähe von Stonehaven. Die kleine Küstenstadt liegt etwa 20-25 Minuten südlich von uns entfernt.

Wir starteten früh in den Tag, da wir zum Mittagsbrei des Ottenbabys wieder Zuhause sein wollten. Nach einem schnellen Frühstück ging es auch schon los. Wir waren vollgepackt mit verschiedensten Dingen, die wir als notwendig erachteten (Camera, Wickeltasche, Ergobaby, Rucksack mit Snacks, Kinderwagen, unterschiedliche Jacken für das Ottenbaby), denn mit Baby weiß man ja nie so recht. Der Ottenpapa stellte nüchtern vor der Abfahrt fest, dass ein Familienausflug mit 3 Kindern keinen Spaß machen könne, da es einem Umzug gleich kommen würde. Ob wir jemals erfahren werden, wie sich ein Ausflug mit 3 Kindern anfühlt, wird die Zukunft zeigen.

Voll motiviert fuhren wir los. Ich schlürfte meinen morgendlichen Kaffee als Coffee to go in einem vorbildlich erneut verwendbarem Becher und bestaunte die wunderschöne Landschaft. Wir entschlossen einen kostenlosen Besucherparkplatz in Stonehaven anzusteuern. Von dort bis zur Burgruine sind es gute 1,5 Meilen. Wir ließen den Kinderwagen im Auto und trugen das Ottenbaby in der Ergobaby. Der Ottenpapa war bepackt wie ein Sherpa.

Der Weg zu Dunnottar Castle ist einzigartig schön. Zu Beginn hatten wir einen wunderbaren Ausblick auf Stonehaven. Danach stiefelten wir die Hügel mal rauf, mal runter direkt an den Klippen entlang. In meinem Kopf summte dazu die Melodie von Enid Blytons 5 Freunden, die in so ähnlichen Kulissen ihre Abenteuer erlebten.
Ottenpapa stellte zusätzlich fest, dass es in den Serien und Filmen, die er gern schaut (nicht Rosemunde Pilcher), genauso aussieht. Auf der einen Seite des Wegs sahen wir die Klippen, während auf der anderen Seite des Wegs Felder und grasgrüne Wiesen mit Kühen  uns erfreuten.
Der Ottenhund wurde bei der Wanderung von jedem zweiten Menschen überschwänglich begrüßt. Sie erobert die Herzen der Schotten jedes Mal im Flug. Die Fotos können die Schönheit dieses Stückchen Erde nicht ansatzweise widerspiegeln, aber sie bieten dennoch einen guten Einblick.

Angekommen bei der Burgruine pausierten wir erst einmal, um neue Energie zu sammeln. Der
Marsch war nämlich ziemlich anstrengend. Es war definitiv ein Workout für mich, da ich unser 8+kg Ottenbaby vor die Brust geschnallt hatte. Ich rechne schon jetzt mit Muskelkater, der mich die nächsten Tage ärgern wird.
Gestärkt und mit neuer Energie erkundeten wir dieses geschichtsträchtige Dunnottar Castle bevor wir uns auf den atemberaubenden Rückweg machten. Sowohl die Burg, als auch der Weg sind zauberhaft und ein Besuch wert, besonders bei so sonnigem Wetter wie wir es hatten. Es lohnt sich auf jeden Fall, auch wenn der Eintritt von 7 Pfund pro Person recht viel erscheint für eine Ruine. Doch wir sehen es als eine Art Spende, um dieses geschichtliche Gebäude zu erhalten.

Insgesamt war dieser kleine Ausflug eine wundervolle Energiequelle. Wir tankten Vitamin D, bewegten uns und haben das doch recht silbergraue Aberdeen einmal für kurze Zeit verlassen. Den restlichen Tag waren wir nur noch lazy und haben das Haus nicht mehr verlassen. Ottenbaby und Ottenhund haben einen ausführlichen Mittagsschlaf gemacht, Ottenpapa seinem Lieblingsverein die Daumen gedrückt und ich habe gekocht.




Donnerstag, 29. September 2016

Schlaflos in Aberdeen

So aufregend und schön wie im Filmklassiker "Schlaflos in Seattle" mit Tom Hanks und Meg Ryan geht es im Moment im Ottenhaus leider nicht zu, denn unser kleines Ottenbaby hat einen Schnupfen. Es ist ihr erster Schnupfen und damit Neuland für den Ottenpapa und mich. Bisher hat sie glücklicherweise noch kein Fieber, sondern nur eine triefende Stupsnase. Vielleicht ist dies ja der Vorbote für den ersten Zahn, auf den wir hier sehnsüchtig warten.

Gestern Abend hat es zwei Stunden gedauert bis das Ottenbaby endlich geschlafen hat. Immer wieder mussten wir ihr Stupsnäschen frei saugen. Wir haben auch direkt festgestellt, dass unser Nasensekretsauger (ja so heißen die Teile wirklich) bei dem Ottenbaby nicht funktioniert. Also musste ein neuer Nasensekretsauger her. Entschieden haben wir uns für dieses Modell. Für alle kinderlosen Leser: Ein Ende kommt in das Nasenloch des Kindes, das andere Ende in den eigenen Mund und dann wird ordentlich gesaugt.

Die Nacht war sehr unruhig und kurz. Unser Ottenbaby schlief mehr schlecht als recht. Zusätzlich irrte ein vom peitschenden Wind verängstigter Ottenhund durch das Ottenheim. Das Winseln des Vierbeiners weckte dann auch regelmäßig das Ottenbaby. Es gab nur noch eine Lösung: Der Auszug aus dem Schlafzimmer!!! Ottenpapa und Ottenhund verbrachten also zwangsweise die restlichen Stunden der Nacht im zweiten Schlafzimmer. 

Es bleibt nur noch eines zu sagen: Thank God for Concealer!!!

Dienstag, 27. September 2016

Das Ottenheim


Wie leben wir hier eigentlich? Etwas beschrieben wurde unser Ottenhäuschen bereits in dem Post über die Wohnungssuche in Aberdeen. Neben zwei Schlafzimmern, einem Wohnzimmer, einem Bad und einer Küche haben wir noch eine kleine Rumpelkammer (im wahrsten Sinne des Wortes). Dort ist alles wir so benötigen (Bügeleisen, Staubsauger, Wäscheständer etc.) verstaut. Das Häuschen verfügt über zwei Etagen. Im Erdgeschoss findet unser tägliches Leben statt, denn hier ist die Küche und das Wohnzimmer. Im Obergeschoss befinden sich die beiden Schlafzimmer und das kleine Bad.



Generell ist alles sehr hell, freundlich und für die grundlegenden Bedürfnisse eingerichtet. Wir haben lediglich einen Esstisch und zwei Stühle, ein Babybett und ein kleines Regal kaufen müssen. Dem Ottenpapa ist bei der Besichtigung nicht aufgefallen, dass ein Essplatz fehlt. Das ganze Häuschen (außer Küche und Bad) ist mit Teppich ausgelegt. Das ist richtig super für Allergiker wie mich.


Für uns als Familie ist der Platz definitiv ausreichend. Allerdings haben wir uns schon gefragt, wie die ganzen Briten es schaffen in so kleinen Häusern dauerhaft zu leben, so ganz ohne Keller und weiteren Stauraum. Wo verstauen sie denn ihr Werkzeug? Entrümpeln sie einfach häufiger und verwahren weniger? Neigen wir Deutschen einfach zum Messie-Syndrom? Wir konnten uns diese Fragen bisher nicht beantworten.

Die Bilder in diesem Beitrag hat der Ottenpapa bereits vor der Ankunft der Ottenfrauen gemacht. Mittlerweile haben wir etwas umgestellt und auch die neuen Möbel sind eingezogen.


Samstag, 24. September 2016

Sensory Class

Heute waren das Ottebaby und ich das erste Mal bei der Sensory Class. Da die Class bereits um 9.45 Uhr startete, mussten wir früh raus aus den Federn. Das Ottenbaby ist nämlich normalerweise eine kleine Langschläferin. Während ich das Bett schon früh verließ, kuschelten die anderen Otten noch gemeinsam im Bett. In Ruhe trank ich meinen morgendlichen "Kaffee" (so kann ich diese Nestcafe Plörre eigentlich nicht bezeichnen) und frühstückte.

Unerwartet waren wir alle überpünktlich abfahrbereit. Jeder der ein Baby hat weiß, dass das eigentlich nie klappt. Doch an diesem sehr windigen und trüben herbstlichen Morgen war es uns vergönnt. Der Ottenpapa brachte uns zum Kurs, da ich mich noch immer nicht getraut habe in diesem besagten Linksverkehr zu fahren. Unser Karlchen (Auto) soll ja schließlich dieses Jahr unbeschadet und weiterhin schneeweiß glänzend überleben. Während wir in der Class waren, sind der Ottenhund und Ottenpapa spazieren gegangen und haben anschließend im Auto gewartet. Dort wollte der Ottenhund, wie hier zu sehen ist, dann kurzerhand das Steuer übernehmen. Natürlich muss auch die Privatsphäre des Ottenhundes gewahrt bleiben, sonst verklagt sie mich eines Tages noch.

Die Class findet in einem Gemeindezentrum statt. Der Raum ist sehr nett hergerichtet für die Class. Es liegen Matten auf dem Boden und eine Spielecke ist aufgebaut. Insgesamt dauert die Sitzung 45 Minuten (25 Minuten im Kreis, 5 Minuten Spielpause, 15 Minuten im Kreis). Das ist für so ein kleines Baby auch definitiv ausreichend. 10-12 Babys im Alter von 16 Wochen bis 12 Monaten waren heute anwesend. Es ist jedes Mal erstaunlich, was so ein paar Wochen zwischen den Kindern für Entwicklungsunterschiede ausmachen. Namentlich war definitiv das gesamte britische Königshaus anwesend.

In der Class wurde heute der Seh- und Hörsinn aktiviert und geschärft. Dabei kam viel Musik zum Einsatz. Das gefällt unserem Ottenbaby sehr. Nach dem Eingangslied, haben wir mit bunten Tüchern gewedelt und "peek a boo" gespielt. Auch verschiedene Rasseln, Bälle und Bänder kamen später in der Class zum Einsatz. In der Pause stand ein Bällebad in der Mitte des Kreises. Das Ottenbaby war darin sichtlich glücklich. Dies ist vielleicht etwas, was das Christkind am Heiligen Abend im Ottenhaus unter den Weihnachtsbaum legt.
Nach der kurzen Pause ging es dann munter und gesanglich weiter. Der riesige Ball (auf dem Bild in der Ecke) wurde dabei durch den Raum geworfen. Das begeisterte das Ottenbaby richtig. Auch die anderen Babys waren fasziniert von dem fliegenden Ball. Unser Ottenbaby ist auch von den anderen Babys begeistert. Sie flirtete direkt fleißig mit den schottischen Babyboys neben uns. Zum Schluss sangen wir noch einen Goodbye-Song.

Insgesamt hat dieser Kurs allen sehr gut gefallen. Das Ottenbaby war anschließend so müde, dass es fast drei Stunden lang schlief. Die anderen Eltern (es waren auch Väter anwesend) waren alle sehr nett und kontaktfreudig. Die Leiterin des Kurses ist sehr aufgeschlossen und erklärt sehr schön wofür die einzelnen Übungen gut sind.

Den restlichen Tag haben wir als Familie gemeinsam verbracht. Wir haben die nächste Woche geplant, Bilderbücher angeguckt, Essen gekocht und Quatsch gemacht. Gleich besucht uns dann nur noch das Sandmännchen. Am Sonntag gehen wir einkaufen und kochen den Brei für die Woche, welchen wir portionsweise einfrieren.

Mittwoch, 21. September 2016

Der Alltag beginnt

Der letzte Abend vor dem neuen Lebensabschnitt des Ottenpapas ist angebrochen. Ab morgen (für Euch heute) ist er wieder Student. Leichte Nervosität liegt in der Luft des Ottenhauses. Zwar sind diese Woche nur Informationsveranstaltungen und so eine Art O-Woche, dennoch ist es für ihn aufregend. Zum einen ist er nicht mehr zwanzig Jahre jung, ledig und frei von Verpflichtungen, zum anderen studiert er diesmal in einem für ihn (noch) fremden Land.


Die vergangenen Tage seit unserer Ankunft haben wir vorwiegend genutzt, um unser Haus und Leben zu organisieren. Auch am Meer waren wir schon. Allerdings ist der Stadtstrand etwas gewöhnungsbedürftig. Es erinnert mich etwas an die Bebauung der Niagarafälle, denn anstatt diese einmalig schöne Natur zu genießen, jagt ein Spielparadies das nächste. Sogar eine winzige Achterbahn ist hier an der Promenade zu finden. Nichtsdestotrotz geht es uns gut, sobald der Nordseewind unsere Nase kitzelt und die Haare aus dem Gesicht weht. Das Ottenbaby war schön dick eingemummelt in der Ergobaby.

Heute haben wir den Tag als Familie noch einmal richtig genutzt. Morgens war ich das erste Mal mit dem Ottenbaby bei einer Playgroup. Viele wilde schottische Kinder, unzähliges und undefinierbares Spielzeug und mittendrin unser Ottenbaby. Ihr hat es sichtlich Spaß gemacht. Auch mir tat es gut einmal herauszukommen. Ich kramte also mein American English heraus und begab mich in die Welt des nuschelnden Akzents. 
Am Nachmittag zogen wir Otten dann gemeinsam los. Der Park in unserer Nachbarschaft war unser Ziel. Wettertechnisch hatten wir auch Glück, denn die Sonne schien. Ein sonniger Herbsttag ist für mich jedes Mal ein Traum. Das goldene Licht, das auf die Baumkronen fällt, die angenehme Temperatur und die bunten Blätter sind nur drei Gründe, warum der Herbst meine liebste Jahreszeit ist.

Unser Park ist außergewöhnlich schön. Neben unzähligen Grünflächen gibt es einen Spielplatz, einen Streichelzoo, ein Labyrinth, einen Rosengarten, verschiedene Skulpturen und Denkmäler, sowie ein kleines Café. An diesem Ort steht die Welt irgendwie still. Vielleicht können die Bilder dies etwas vermitteln.

Die restliche Woche ist bisher noch nicht viel geplant. Ottenpapa ist täglich in der Uni, während ich die Babys hüte und beschäftige. Am Wochenende haben wir dann die nächste Class mit dem Ottenbaby.

Dienstag, 20. September 2016

Reisebericht der Ottenmama

Nach einer doch kurzen und unruhigen Nacht begann der erste Schritt ins Abenteuer Aberdeen für das Ottenbaby und mich. Ich packte die letzten Sachen, während das Ottenbaby noch einmal ausgiebig mit der Ottenoma kuschelte. Schneller als uns allen lieb war, stand der Moment des Abschiedes vor der Tür. 

Ottenopa brachte uns sicher zum Flughafen. Dort wartete schon die Uroma, denn auch sie wollte uns noch einmal sehen und in den Arm nehmen. Nach einem kurzen Snack sind wir durch die Security gegangen. Das war vielleicht ein Aufwand allein mit Baby, Kinderwagen (musste auseinander gebaut werden, damit die Babyschale durchleuchtet werden konnte), Rucksack inklusive Laptop, Wickeltasche, Ergobaby und einer Jacke (zu viel Zeug für eine Person). Alles wurde ausgiebig durchleuchtet. Natürlich wurde mein Rucksack herausgefischt, denn ich hatte nichts ahnend eine Metallkugel dabei. Ja genau eine Metallkugel. Diese versteckte sich im Spielzeug des Ottenbabys (Stehaufmännchen)! Der Sicherheitsbeamte konnte selbstverständlich nichts damit anfangen und musste es bei seiner KollegIN zeigen und abklären lassen. Zum Glück haben wir das geliebte Stehaufmännchen zurückbekommen. Anschließend zogen wir weiter zum Gate.

Wir hatten noch 2 Stunden bis das Boarding beginnen sollte. Das war auch so geplant, denn ich wollte ohne Stress mit dem Ottenbaby in den Flieger steigen. Also saß ich am Gate mit dem Blick auf das Rollfeld und habe das Ottenbaby erst einmal gestillt. Ich liebe die Atmosphäre an Flughäfen. So viele verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Zielen. Aufregung, Abschied, Freude, Nervosität, Gelassenheit und vieles mehr liegt in der Luft. Gerne sitze ich nur da und beobachte wie die Flugzeuge starten und landen. Am Donnerstag durfte ich den schönsten Airbus 320 bestaunen. Den schwarz gelben Mannschaftsairbus von Borussia Dortmund.

Unsere Maschine, leider nicht schwarz gelb, hatte (natürlich) Verspätung. Ich nutze die Zeit, um das Ottenbaby noch einmal zu wickeln, mir einen maßlos überteuerten Kaffee zu gönnen und die Füße zu vertreten. Dann kam der große Moment. Der erste Flug des Ottenbabys. Wir durften als erste das Flugzeug betreten (nettes Gefühl an der Schlange vorbei zu laufen, die sich eine halbe Stunde vorher gebildet hatte)!
Die Stewards waren sofort verliebt in die Kleine. Ich musste das Ottenbaby an meinem Sicherheitsgurt befestigen. Kurze Zeit später startete der Flieger mit 124+1 Passagieren an Board. Das +1 war unser Ottenbaby.
Während des Starts habe ich gestillt, so hatte das Ottenbaby keine Probleme mit dem Druckausgleich. Neben uns saß ein älteres nettes Ehepaar aus Deutschland. Sie erzählten mir von ihren Kindern und Enkeln. Das Ottenbaby schlief einige Zeit in meinem Arm, um anschließend ausgeschlafen sowohl das Ehepaar, als auch die Stewards zu begeistern. Sie lächelte, lachte und strampelte so vor sich hin bis wir uns zur Landung bereit machen mussten. An diesem Punkt stillte ich wieder, um den Druckausgleich erträglich zu machen.

Die Piloten sind ziemlich hoch und schnell geflogen, um die Verspätung einigermaßen wieder herauszuholen. Das haben sie auch geschafft. Wir landeten mit einer halben Stunde Verspätung um ca. 17.20 Uhr in Edinburgh.  Der Ottenpapa fotografierte diesen besonderen Augenblick für uns.
Dummerweise habe ich meinen Kinderwagen nicht zum Flugzeug gebracht bekommen, obwohl dies so vorgesehen ist. Ich durfte also meinen Rucksack, eine Jacke, die Ergobaby, die Wickeltasche und das Ottenbaby tragen. Zunächst mussten wir durch die Passkontrolle. Auch dort war eine wahnsinnige Schlange, an der ich direkt vorbeilaufen durfte, da ein Mitarbeiter des Flughafens das Ottenbaby auf meinem Arm gesehen hatte. Wir wurden natürlich sofort ins Land gelassen.
Am Gepäckband stand mir das nächste Hindernis bevor, da ich alle Koffer und den Kinderwagen vom Band fischen musste. Glücklicherweise war ein nettes Paar aus meiner Maschine schon an der Gepäckausgabe und bot mir ihre Hilfe an.
Bepackt wie ein Esel (ein sehr großer Esel) machte ich mich auf den Weg nach draußen, denn dort wartete unser Ottenpapa und der Ottenhund. Kaum hatte ich den schottischen Boden vor dem Flughafen berührt, flippte unser Ottenhund aus. Ottenpapa stürmte sofort auf sein Ottenbaby und ich auf unseren Ottenhund. Nach den ersten Kuscheleinheiten be
grüßten wir uns natürlich auch noch. Die Babys (ja auch der Ottenhund ist unser kleines Baby) kommen allerdings zu erst.

Wir hatten noch zweieinhalb Stunden Autofahrt von Edinburgh nach Aberdeen vor uns. Das Ottenbaby hatte natürlich wenig Lust weitere Stunden im Autositz zu verbringen. So sang ich die ganze Zeit ihre Lieblingslieder, um sie etwas bei Laune zu halten. Erschöpft sind wir gegen 21.30 Uhr dann endlich in unserem Zuhause angekommen, wo wir als Familie erstmal kuschelten.

Insgesamt überraschte mich sehr, wie gut das Reisen mit einem kleinen Baby doch funktionierte. Unser Ottenbaby spielte perfekt mit. An dieser Stelle möchte ich gern einmal auf die Kommentarfunktion unter jedem Eintrag hinweisen. Wir würden uns freuen, wenn wir den einen oder anderen Kommentar zu unseren Einträgen lesen könnten. Natürlich sollte unsere Anonymität dabei bewahrt bleiben.

Freitag, 16. September 2016

Hello Scotland

Während hier alle noch seelenruhig schlafen, nutze ich die Zeit für ein kleines Update. Das Ottenbaby und ich sind nach einem langem Anreisetag in unserem neuen "Zuhause" angekommen. Einen Reisebericht verfasse ich die nächsten Tage in Ruhe.

Es fühlt sich sehr gut an. Wir sind wieder zusammen, alle vier Otten in einem Haus unter einem Dach. Die Zeit der Sehnsucht ist endlich vorbei. Jetzt kann es los gehen mit dem Abenteuer Aberdeen!

Das erste Abenteuer hatte ich bereits gestern Abend. Ich saß nichts ahnend auf unserem Sofa, völlig erschöpft vom Tag, als mich plötzlich dieses Ungeheuer attackierte. Eine riesige und ich meine wirklich riesige Spinne krabbelte seelenruhig an meiner Schulter vorbei. Wo bin ich denn bitte hier gelandet? Nach meinem lauten Gebrüll, für einige wohl auch eher Kreischen, kam der Ottenpapa. Er ermahnte mich erst einmal leise zu sein, bevor er mich endlich vor dem Ungeheuer rettete. Ganz eisern fing er, mein persönlicher Held, das Biest ein. Jetzt ergeben die unzähligen Spinnenszenen bei J.K. Rowlings Harry Potter endlich einen Sinn. Sie schmücken das Zauberer-Epos nicht aus, sondern  diese Biester existieren wirklich!

In diesem Sinne verabschiede ich mich für heute, mit dem Ziel Peppermint Oil zu kaufen, um unser Haus damit einzusprühen. Das soll die Ungeheuer angeblich abhalten nur in die Nähe unseres Heims zu kommen. 

Mittwoch, 14. September 2016

Goodbye Germany

Jetzt ist es soweit. Die letzte Nacht in good old Germany steht mir bevor. Ob ich wirklich schlafen kann, wird sich zeigen. Ich bin wahnsinnig nervös und aufgeregt. Der erste Flug mit dem Ottenbaby und dann das Wiedersehen mit meinem Ottenmann und Ottenhund rückt immer näher (19 Stunden noch)!

Vor acht Jahren war ich definitiv nicht so nervös vor dem Abenteuer Ausland und damals bin ich allein ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten aufgebrochen. Diesmal habe ich meine kleine Familie an meiner Seite und trotzdem schlägt das Herz wilder denn je. Mit Anfang 20 war ich vielleicht unbefangener, offener und nicht so kopflastig, na ja vielleicht auch einfach nur etwas naiv und abenteuerlustig!

Heute habe ich mich noch einmal mit meiner besten Freundin getroffen. Realisiert haben wir es beide noch nicht. Kein Kaffeeklatsch, kein gemeinsames Lachen, keine Spaziergänge und niemand der mich auf den Boden der Tatsachen zurückholt, wenn ich mal wieder eine sture Ottenmama bin. Mit anderen Worten: Du wirst mir sehr fehlen!

Am Abend saßen wir mit der Familie noch einmal im Garten und haben gemeinsam gegessen. Das war wirklich herrlich. Ottenonkel und (hoffentlich irgendwann einmal) Ottentante haben die Zeit genutzt und mit dem Ottenbaby gekuschelt. Ottenoma hatte lecker gekocht und uns an diesem Abend noch einmal verwöhnt. Als (noch) einziges Baby in der Familie fällt der Abschied allen besonders schwer. Mein Gastvater aus Amerika pflegt immer zu sagen: It is not a goodbye, it is a see you later!!! Das sehe ich definitiv auch so! Ottenoma und Opa besuchen uns glücklicherweise schon im Dezember.

Nena drückt es in ihrem Song Leuchturm sehr schön aus, was ich zur Zeit fühle: "Ich geh mit dir, wohin du willst. Auch ans Ende dieser Welt. Am Meer, am Strand, wo Sonne scheint, will ich mit dir alleine sein." Ottenpapa, ich freu mich auf dich, auf uns, auf unsere kleine Familie, auf unser Abenteuer Aberdeen.

Donnerstag, 8. September 2016

Noch eine Woche in Deutschland

In 7 Tagen geht es für das Ottenbaby und mich auch endlich nach Schottland. Langsam spüre ich die Aufregung, nicht nur den Ottenpapa und Ottenhund wiederzusehen, sondern auch die Stadt kennenzulernen und mein neues Leben zu organisieren. Ich kann es kaum erwarten in Aberdeen anzukommen. Mein Plan für Donnerstagabend steht auch schon fest (ein entspannendes Schaumbad ruft schon nach der Ottenmama). Die letzten 9 Tage war ich ja praktisch "Alleinerziehende Mama"! Das ist anstrengend. Ich bin sehr dankbar, dass ich den Ottenpapa an meiner Seite habe. Er ermöglicht mir immer wieder kleine Auszeiten, in denen ich nur ich sein kann.

Der erste Babykurs ist schon gebucht und startet für uns am 24. September. Leider gibt es kein Pekip in Schottland. Allerdings ähnelt dieser Kurs der Idee von Pekip! Hoffentlich lerne ich dort schnell andere Mütter kennen. Etwas Angst zu vereinsamen habe ich schon etwas. Hier, in unserer geliebten Stadt,habe ich durch den Geburtsvorbereitungskurs wunderbar nette Frauen kennengelernt. Diese Mutterrunde zu verlassen, fällt mir doch schon schwer. Das Erlebnis 1. Kind verbindet und die Kaffeerunde einmal die Woche war immer super, um sich auszutauschen und einfach rauszukommen.

Durch die Smartphones ist die Ottenfamilie natürlich ständig mit Familie und Freunden vernetzt. Das ist wunderbar und soll auch so bleiben. Allerdings frage ich mich, ob das nicht auch zu sozialem Stress führen kann, weil jeder irgendwie Kontakt erwartet. Kann ich mich, so in mein neues Leben einfinden, wie bei meinem ersten Abenteuer Ausland 2008? Kaum vorzustellen, aber damals (oh Gott bin ich alt) gab es die Technologie noch nicht und wir hatten nur Skype, Emails, Studi VZ oder ICQ, um in Kontakt zu bleiben. Ich konnte also rausgehen und Amerika wirklich entdecken, ganz frei von Verpflichtungen die sozialen Beziehungen aufrecht zu halten, da es niemand erwartete. Jetzt im Zeitalter von Smartphones fühlt es sich irgendwie anders an. Alle sind immer überall dabei.

Jetzt bin ich doch etwas vom Thema abgekommen und stelle fest, dass es Zeit fürs Bett ist. In diesem Sinne (noch) Gute Nacht aus Deutschland bevor es bald heißt: good night, sleep tight, don't let the bedbugs bite!!!

Sonntag, 4. September 2016

Reisebericht des Ottenpapas

Am Dienstag (30. August) war es endlich so weit. Nachdem wir nun wochenlang quasi unter Dauerstress standen (kirchliche Hochzeit und Taufe, die letzte Prüfung an der Uni für die Ottenmama, Vorbereitung der Reise) konnte es endlich losgehen. Das Auto hatte der Ottenpapa schon am Montag nahezu vollständig gepackt,sodass sich der Ottenopa, Ottenpapa und Ottenhund dann direkt nach erfolgreich bestandener Prüfung auf den Weg machen konnten.

Für den ersten Teilabschnitt von Münster nach Calais hatten wir extra ein wenig mehr Zeit eingeplant, da ja durchaus einige Abschnitte mit erhöhtem Verkehrsaufkommen (Ruhrgebiet, Antwerpen etc.) zu erwarten waren. Zu dem sollte unserer kleiner Ottenhund natürlich die eine oder andere Pause machen, um sich ausreichend zu bewegen. Gott sei Dank sind wir sehr gut durchgekommen. Wir waren bereits ca. 2 Stunden vor der gebuchten Abfahrt durch den Tunnel in Calais. Wie sich später herausstellen sollte, war dies auch gut so und half uns, weitere Verspätungen zu kompensieren
.
In Calais am Terminal des Eurotunnels angekommen mussten wir zuallererst einmal den kleinen Ottenhund an der Tierrezeption anmelden. Dafür benötigt werden ein gültiger EU-Heimtierausweis, ein aktiver Mikrochip, eine gültige Tollwutimpfung (min. 21 Tage vor Abreise) und eine aktuelle Wurmbehandlung (min. 24, max. 120 Stunden vor Abreise). Der Ottenhund fand die Tierrezeption leider nicht so toll, da es sie doch stark an den nicht so geliebten Tierarzt erinnerte (wohl aufgrund der anderen wartenden Hunde). Insgesamt lässt sich aber sagen, dass wir dort sehr schnell und ohne große Wartezeiten passieren konnten.

Anschließend ging es zurück ins Auto und ab in die Schlange zum Check-In. Dies hat dann doch noch eine Weile gedauert, da wir insgesamt durch drei Checkpunkte fahren mussten (Check-In, französische Grenzkontrolle, britische Grenzkontrolle). Die Sinnhaftigkeit von zwei Grenzkontrollen direkt hintereinander erschließt sich mir mal so gar nicht. Zumal sich die französischen Grenzbeamten ganz offensichtlich der Sinnlosigkeit ihrer Tätigkeit bewusst waren und der nette französische Kollege eher sein Handy als unsere Ausweise im Blick hatte.

Nach den Kontrollen wurden wir dann zu einer Art Terminal geleitet, wo wir darauf warteten, dass der einem zugewiesene Zug abfährt. Das ganze ist über Buchstaben gelöst. Unser Buchstabe war W und so warteten wir bis dieser aufgerufen wurde. Zu diesem Zeitpunkt war ein wenig Geduld notwendig, die der Ottenopa, auch aufgrund etwas mangelnder Sprachkenntnisse, nicht so richtig hatte. Ich habe mich derweil in eine scheinbar endlose Schlange bei Burger King angestellt, die wie sich herausstellte darin begründet war, dass lediglich drei von sechs Kassen geöffnet waren. Auch an dieser Stelle hatte ich den Eindruck, dass zu viel französische Gelassenheit im Spiel war. Nachdem ich ca. 30 Minuten auf mein Menü gewartet hatte, wurden wir auch zeitnah aufgerufen und es ging weiter.

Leider hatte sich aufgrund eines Zugausfalls der Zeitplan aller Abfahrten um ca. 45 Minuten nach hinten verschoben. Somit war der Vorsprung, den wir fleißig rausgefahren hatten, auch wieder weg. Wir fuhren mit dem Auto direkt in einen Zug. Nach ca. 40 Minuten waren wir dann in Großbritannien. Insgesamt also eine wirklich schnelle (zumindest wenn kein Zug ausfällt) und angenehme Art zu reisen.  Allerdings ist die Reise durch den Tunnel auch nicht ganz  so günstig (ca. 200 Euro für ein Auto mit 2 Personen und Hund).

Wir kamen also wie geplant um ca. 21 Uhr Ortszeit in Folkstone, Großbritannien an. Während der Ottenopa den Großteil der ersten Strecke auf dem Festland am Steuer saß, durfte nun der Ottenpapa das Steuer übernehmen. Abends und dazu noch auf der "falschen" Straßenseite war der Ottenopa ganz dankbar nicht selbst fahren zu müssen. Für mich war es ja bereits das zweite Mal im Linksverkehr.

Wir hatten bereits im Vorfeld eine Art Motel rausgesucht und gebucht. Dieses erreichten wir auch nach ca. 2,5 Stunden Fahrt. Dabei handelte es sich um ein Daily Inn in der Nähe von Peterborough, was kurz hinter London direkt an der Autobahn gelegen ist. Das Motel war in Ordnung. Wir haben uns dort ja auch nur ein paar Stunden aufs Ohr gehauen und sind dann direkt weitergefahren, um pünktlich in Aberdeen anzukommen.

Von Peterborough waren es dann nochmal ca. 7 Stunden bis Aberdeen. Dabei konnten wir eine Teilstrecke abseits der eigentlichen Autobahn fahren.  So konnten wir die Gelegenheit nutzen und  die Landschaft zwischen Newcastle und Edinburgh etwas genießen. Zudem machten wir einige sehr schöne Aufnahmen in der Grenzregion zwischen Schottland und England. Falls also jemand mal dort in der Region unterwegs ist, dann empfehle ich auf jeden Fall die A68 von Newcastle nach Edinburgh. Die Landschaft ist unbeschreiblich schön, wie die Bilder selbst auch zeigen.



Gegen 16 Uhr Ortszeit kamen wir dann endlich nach einer langer Anreise in Aberdeen an. Wir holten die Schlüssel und Papiere für unsere neues Zuhause beim Makler ab, bevor es in unser kleines Haus ging.

Insgesamt war es doch eine sehr anstrengende, aber auch schöne Fahrt ohne größere Probleme oder Verzögerungen. Der Ottenhund hat die Anreise auch wunderbar verkraftet und genießt nun die Zeit mit mir am Strand.