Sonntag, 4. September 2016

Reisebericht des Ottenpapas

Am Dienstag (30. August) war es endlich so weit. Nachdem wir nun wochenlang quasi unter Dauerstress standen (kirchliche Hochzeit und Taufe, die letzte Prüfung an der Uni für die Ottenmama, Vorbereitung der Reise) konnte es endlich losgehen. Das Auto hatte der Ottenpapa schon am Montag nahezu vollständig gepackt,sodass sich der Ottenopa, Ottenpapa und Ottenhund dann direkt nach erfolgreich bestandener Prüfung auf den Weg machen konnten.

Für den ersten Teilabschnitt von Münster nach Calais hatten wir extra ein wenig mehr Zeit eingeplant, da ja durchaus einige Abschnitte mit erhöhtem Verkehrsaufkommen (Ruhrgebiet, Antwerpen etc.) zu erwarten waren. Zu dem sollte unserer kleiner Ottenhund natürlich die eine oder andere Pause machen, um sich ausreichend zu bewegen. Gott sei Dank sind wir sehr gut durchgekommen. Wir waren bereits ca. 2 Stunden vor der gebuchten Abfahrt durch den Tunnel in Calais. Wie sich später herausstellen sollte, war dies auch gut so und half uns, weitere Verspätungen zu kompensieren
.
In Calais am Terminal des Eurotunnels angekommen mussten wir zuallererst einmal den kleinen Ottenhund an der Tierrezeption anmelden. Dafür benötigt werden ein gültiger EU-Heimtierausweis, ein aktiver Mikrochip, eine gültige Tollwutimpfung (min. 21 Tage vor Abreise) und eine aktuelle Wurmbehandlung (min. 24, max. 120 Stunden vor Abreise). Der Ottenhund fand die Tierrezeption leider nicht so toll, da es sie doch stark an den nicht so geliebten Tierarzt erinnerte (wohl aufgrund der anderen wartenden Hunde). Insgesamt lässt sich aber sagen, dass wir dort sehr schnell und ohne große Wartezeiten passieren konnten.

Anschließend ging es zurück ins Auto und ab in die Schlange zum Check-In. Dies hat dann doch noch eine Weile gedauert, da wir insgesamt durch drei Checkpunkte fahren mussten (Check-In, französische Grenzkontrolle, britische Grenzkontrolle). Die Sinnhaftigkeit von zwei Grenzkontrollen direkt hintereinander erschließt sich mir mal so gar nicht. Zumal sich die französischen Grenzbeamten ganz offensichtlich der Sinnlosigkeit ihrer Tätigkeit bewusst waren und der nette französische Kollege eher sein Handy als unsere Ausweise im Blick hatte.

Nach den Kontrollen wurden wir dann zu einer Art Terminal geleitet, wo wir darauf warteten, dass der einem zugewiesene Zug abfährt. Das ganze ist über Buchstaben gelöst. Unser Buchstabe war W und so warteten wir bis dieser aufgerufen wurde. Zu diesem Zeitpunkt war ein wenig Geduld notwendig, die der Ottenopa, auch aufgrund etwas mangelnder Sprachkenntnisse, nicht so richtig hatte. Ich habe mich derweil in eine scheinbar endlose Schlange bei Burger King angestellt, die wie sich herausstellte darin begründet war, dass lediglich drei von sechs Kassen geöffnet waren. Auch an dieser Stelle hatte ich den Eindruck, dass zu viel französische Gelassenheit im Spiel war. Nachdem ich ca. 30 Minuten auf mein Menü gewartet hatte, wurden wir auch zeitnah aufgerufen und es ging weiter.

Leider hatte sich aufgrund eines Zugausfalls der Zeitplan aller Abfahrten um ca. 45 Minuten nach hinten verschoben. Somit war der Vorsprung, den wir fleißig rausgefahren hatten, auch wieder weg. Wir fuhren mit dem Auto direkt in einen Zug. Nach ca. 40 Minuten waren wir dann in Großbritannien. Insgesamt also eine wirklich schnelle (zumindest wenn kein Zug ausfällt) und angenehme Art zu reisen.  Allerdings ist die Reise durch den Tunnel auch nicht ganz  so günstig (ca. 200 Euro für ein Auto mit 2 Personen und Hund).

Wir kamen also wie geplant um ca. 21 Uhr Ortszeit in Folkstone, Großbritannien an. Während der Ottenopa den Großteil der ersten Strecke auf dem Festland am Steuer saß, durfte nun der Ottenpapa das Steuer übernehmen. Abends und dazu noch auf der "falschen" Straßenseite war der Ottenopa ganz dankbar nicht selbst fahren zu müssen. Für mich war es ja bereits das zweite Mal im Linksverkehr.

Wir hatten bereits im Vorfeld eine Art Motel rausgesucht und gebucht. Dieses erreichten wir auch nach ca. 2,5 Stunden Fahrt. Dabei handelte es sich um ein Daily Inn in der Nähe von Peterborough, was kurz hinter London direkt an der Autobahn gelegen ist. Das Motel war in Ordnung. Wir haben uns dort ja auch nur ein paar Stunden aufs Ohr gehauen und sind dann direkt weitergefahren, um pünktlich in Aberdeen anzukommen.

Von Peterborough waren es dann nochmal ca. 7 Stunden bis Aberdeen. Dabei konnten wir eine Teilstrecke abseits der eigentlichen Autobahn fahren.  So konnten wir die Gelegenheit nutzen und  die Landschaft zwischen Newcastle und Edinburgh etwas genießen. Zudem machten wir einige sehr schöne Aufnahmen in der Grenzregion zwischen Schottland und England. Falls also jemand mal dort in der Region unterwegs ist, dann empfehle ich auf jeden Fall die A68 von Newcastle nach Edinburgh. Die Landschaft ist unbeschreiblich schön, wie die Bilder selbst auch zeigen.



Gegen 16 Uhr Ortszeit kamen wir dann endlich nach einer langer Anreise in Aberdeen an. Wir holten die Schlüssel und Papiere für unsere neues Zuhause beim Makler ab, bevor es in unser kleines Haus ging.

Insgesamt war es doch eine sehr anstrengende, aber auch schöne Fahrt ohne größere Probleme oder Verzögerungen. Der Ottenhund hat die Anreise auch wunderbar verkraftet und genießt nun die Zeit mit mir am Strand.



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