Samstag, 15. April 2017

First Birthday

So langsam kehrt die Ruhe im Ottenheim wieder ein, nach einem doch turbulenten wunderschönen ersten Geburtstag des Ottentoddlers. Der Wecker klingelte ungewöhnlich früh an diesem besonderen Morgen, da wir gemeinsam und ruhig in den Tag starten wollten. In Schottland zählt der Karfreitag nämlich nicht zu den allgemeinen Feiertagen und somit musste der Ottenpapa heute um 9.00 Uhr zur Uni.
Den Geburtstagstisch hatte ich am Abend bereits vorbereitet, sodass wir nur hinuntergehen mussten. Ich flitzte vor, um die klassische Geburtstagsmusik alla Rolf Zuckowski zu starten. Ottenpapa und Ottentoddler kamen dann gemeinsam ins Wohnzimmer gelaufen. Ihr Blick (auf Video aufgenommen) ist einfach unbezahlbar schön. Sie hat sich gefreut und auf jeden Fall realisiert, dass etwas ganz besonders ist an diesem Morgen ist. Das lag sicherlich auch an ihrem besonderen Outfit (ein Tutu, eine große rosafarbene Blüte im Haar und ein Body mit einer großen Eins mit Krönchen). Damit kann sich so ein kleines Mädchen doch nur besonders fühlen.
Ottentoddler lief auf den Geburtstagstisch zu und räumte erst einmal die Geburtstagstierparade ab, bevor sie damit begann die Geschenke und Geburtstagskarten auszupacken. Besonders die Puppe Krümel von JACKO-O hat es ihr angetan. Sie knuddelt, knutscht oder fährt sie durch die Gegend. Nach dem Auspacken der Geschenke frühstückten wir alle ausgiebig. Ottentoddler frühstückt unheimlich gern und gleicht bei dieser Mahlzeit der Raupe Nimmersatt. 
Ottenpapa ging anschließend zur Uni und wir spielten mit dem neuen Spielzeug und hörten Geburtstagslieder. Irgendwann waren die Augen dann zu schwer und das Ottenbaby schlief einige Zeit. Gegen zwei Uhr kehrte der Ottenpapa ins Ottenheim zurück.
Am Nachmittag tranken wir dann Kaffee und aßen einen kindgerechten Kuchen ohne Zucker und Ei dafür mit Datteln und Banane. Das Rezept habe ich von breirezept.de. Dem Ottentoddler schmeckte der Geburtstagskuchen außerordentlich gut, besonders die Bananenfrischkäsecreme schien ihr zu munden. Auch ich war positiv überrascht, da ich mir nicht vorstellen konnte, dass ein Kuchen ohne Industriezucker schmecken würde. Auch der Ottenpapa ließ sich überzeugen in Zukunft häufiger den Zucker gegen Datteln auszutauschen.
Nachmittags spielten wir dann als Familie gemeinsam und genossen die Zeit zu viert. Ottenhund und Ottentoddler beginnen vermehrt gemeinsam zu toben. Das ist ziemlich niedlich. Zum Abschluss des Tages aßen wir dann noch frischen Kabeljau, Stampfkartoffeln und Salat. Gemeinsam stießen wir nicht nur auf den Ottentoddler und das erste Lebensjahr an, sondern auch auf uns, denn wir haben bisher einen doch recht guten Job als Otteneltern erledigt. 
Und somit ist der erste Geburtstag unserer kleinen Prinzessin vorüber. Ottenpapa schreibt noch an seinen Hausarbeiten und ich falle ins Bett. Es war einmalig schön diesen Tag als kleine Familie zu feiern, doch wir freuen uns auch schon darauf den nächsten Geburtstag in größerer Runde zu zelebrieren. Vielen Dank für die zahlreichen Karten, Glückwünsche, Geschenke und lieben Grüße. Unser Ottentoddler wird wahnsinnig geliebt und das ist ein wunderbares Gefühl.

Freitag, 14. April 2017

Ein ganz besonderer Tag

Vor genau einem Jahr durften wir nach harter Arbeit das beste Geschenk in unserem Leben begrüßen, unser Ottenbaby. Dem Motto "The party don´t start ´til I walk in" entsprechend hat sie auf sich warten lassen, denn ich habe ganze neun Tage übertragen. Doch vor genau 365 Tage war es dann endlich soweit. Wir hießen sie auf dieser, besonders jedoch in unserer Otten-Welt herzlichst willkommen. Dieser Augenblick, nein der ganze Tag, wird immer etwas ganz besonderes für uns bleiben, denn unser Ottenbaby machte aus uns Eltern. Schlagartig, obwohl wir uns viele Monate auf diesen Moment vorbereiteten, änderte sich alles. Zwei Momente sind mir besonders in Erinnerung geblieben. Zum einen die erste Kuscheleinheit mit dem Ottenbaby. Zum anderen die Reaktion des Ottenpapas als er sie das erste Mal im Arm hielt. Diese aufrichtige, tiefe und spürbare Liebe, die er ausstrahlte als er sie ansah, berührte mich sehr. 
Doch nicht nur der Tag der Geburt war fabelhaft, sondern die gesamten 52 Wochen ihres ersten Lebensjahres. Wir durften so viele kleine Wunder sehen und erleben. Das Ottenbaby bereichert nicht nur unser Leben, nein es erfüllt es mit Liebe, Freude, Spaß, Zufriedenheit und Glück. Sie lässt uns die Welt nicht nur durch eine andere Brille sehen, sondern ihre Schönheit neu entdecken.

Unser Ottenbaby:
  • trägt die Kleidergröße 86 (12-18 months)
  • wiegt etwas über 11 kg
  • ist 80 cm groß
  • läuft eigenständig im Ottenhaus
  • läuft an der Hand auf dem Spielplatz
  • krabbelt die Treppenstufen hinauf
  • besitzt 8 Zähne 
  • hat kleine Löckchen am Hinterkopf 
  • hilft beim An- und Ausziehen der Jacke
  • will eigenständig essen und liebt es das Essen von Mama und Papa zu futtern
  • teilt noch immer gerne ihr Essen mit dem Ottenhund
  • guckt gerne aus dem Fenster im Wohnzimmer (regelmäßig sind "Kämpfe" um den besten Platz zwischen Ottenhund und Ottenbaby zu beobachten)
  • klettert auf das Sofa, um rückwärts wieder herunterzusteigen
  • verteilt gerne Küsschen
  • beginnt zu tanzen, wenn die Titelmusik von Leo Lausemaus ertönt
  • malt sowohl mit Wachsmalstiften, als auch mit Fingerfarbe
  • beschäftigt sich für einige Minuten selbstständig mit ihren Büchern oder Duplosteinen
  • badet unheimlich gern
  • findet es lustig, wenn der Ottenpapa mit dem Ottenhund durchs Ottenheim rennt
  • rutscht und schaukelt freudig auf dem Spielplatz
  • findet ältere Kinder interessant
  • telefoniert gerne über whats app
  • klaut regelmäßig die Handys der Otteneltern
  • singt, lacht, plappert täglich
  • sie nickt, wenn sie etwas möchte oder sagt jaaaaa
  • wird wütend, wenn sie ihren Willen nicht bekommt
  • isst gerne Banane, Joghurt, Brot mit Frischkäse, Tomaten und vieles mehr (bisher gibt es eigentlich nichts, was sie nicht isst)
Wir blicken unheimlich dankbar auf 8760 Stunden mit unserem Ottenbaby zurück und freuen uns, dass wir das erste Lebensjahr auf unsere Weise gemeistert haben. Wir begrüßen zuversichtlich und glücklich das zweite Lebensjahr unseres Ottentoddlers (Ottenkleinkind klingt komisch) und freuen uns auf all die bevorstehenden Abenteuer.

Freitag, 31. März 2017

Balmedie Beach

Am Samstag zog es uns an die Nordsee. Wir fuhren zum Balmedie Beach, da er wesentlich schöner ist, als der Stadtstrand. Der Ort Balmedie liegt nördlich von Aberdeen. Wir benötigen mit dem Auto ca. 25 Minuten bis zu diesem Strand. Der Ottenpapa besuchte Balmedie Beach bereits im vergangenen September, während das Ottenbaby und ich noch in Deutschland weilten. Er war schon damals begeistert von den hohen Dünen und dem naturbelassenen Strand (keine Restaurants oder Cafés). 
Zunächst liefen wir einfach ganz entspannt am Meer entlang (sofern das mit einem 11kg Baby vor der Brust geht) bis wir eine kleine Pause an einer Düne einlegten.
Es war echt unheimlich schön und entspannend. Das Ottenbaby hatte überhaupt keine Berührungsängste und fasste direkt in den Sand. Wir konnten beobachten wie sie versuchte die Sandkörner zu essen. Geschmeckt hat es aber scheinbar nicht. Ziemlich schnell war das bloße Sitzen im Sand  viel zu langweilig, also machte sie sich auf dem Weg und verfolgte den Ottenhund. Dieser rannte natürlich, wie von einer Tarantel gestochen, davon. Generell liebt der Ottenhund den Strand und wälzt sich wild im Sand.
Ein Unterschied zur deutschen Nordsee ist uns direkt aufgefallen. Die Dünen scheinen nicht sonderlich geschützt zu werden, denn die Kinder rodelten voller Freude mit ihren Plastikschlitten die hohen Dünen hinunter.
Der Ausflug war einfach herrlich und tat uns allen unheimlich gut. Wir waren sicherlich nicht das letzte Mal am Balmedie Beach. So langsam verändert sich unsere Stimmung hinsichtlich der Rückkehr nach Deutschland. Wir sind schon etwas betrübt, dass das Abenteuer Aberdeen bald ein Ende findet, denn besonders solche Ausflüge kamen bisher zu kurz. Es ist echt purer Luxus, die Nordsee vor der eigenen Haustür zu haben. Es erhöht die Lebensqualität in einer Region deutlich. Aberdeen, ohne die Nordsee, wäre schon sehr trist.







Donnerstag, 23. März 2017

Zurück in Schottland

Die vergangene Woche haben das Ottenbaby und ich in Deutschland verbracht, während der Ottenpapa das schottische Heim hütete, natürlich in bester Gesellschaft vom Ottenhund. Die beiden genossen die Ruhe, das Ausschlafen und ihren "Single-Haushalt", während wir in Deutschland von unserer Familie verwöhnt wurden.
Die An- und Abreise war ziemlich anstrengend, da wir von Haustür zur Haustür insgesamt 10 Stunden unterwegs waren. Die Flüge mit Baby klappten erneut erstaunlich gut. Das Ottenbaby unterhielt sowohl die Crew, als auch unsere direkten Sitznachbarn.
Die Woche in Deutschland war zwar sehr stressig, aber wunderschön und viel zu schnell vorbei. Glücklicherweise haben wir auch eine Tagesmutter gefunden, die zu uns und unseren Bedürfnissen passt. Die wichtigsten Dinge für unsere Rückkehr sind nun erledigt. Wir werden ein Dach über dem Kopf haben und eine Betreuung für unser kleines Ottenbaby.
Leider konnten wir nicht alle lieben Menschen treffen, die wir gern gesehen hätten. Das Ottenbaby war kontinuierlich erschöpft von all den neuen und fremden Eindrücken. Zusätzlich fremdelt sie zur Zeit ziemlich, sodass wir sie nicht überfordern wollten mit so vielen "fremden" Gesichtern.
Und jetzt sind wir auch schon wieder zurück in Schottland. Der Alltag hat uns wieder. Die Uni ruft für den Ottenpapa, während ich mich mit den beiden Babys beschäftige. Nebenbei planen wir den ersten Geburtstag unseres kleinen Ottenbabys. In drei Wochen ist es schon soweit. Die ersten Geschenke sind bestellt und das Fotoshooting gebucht. Jetzt fehlt nur noch eine Idee für einen Geburtstagskuchen. Es muss allerdings ein Kuchen werden, den ich ohne Handmixer zubereiten kann. Zusätzlich sollte der Kuchen auch noch Kleinkind tauglich sein, also ohne Zuckerzusatz. Falls also jemand eine Idee hat, kann er sie gerne in den Kommentaren hinterlassen.


Mittwoch, 8. März 2017

All sorts of things

In unserem täglichen Leben passiert zur Zeit nicht sonderlich viel. Während der Woche dominiert die Uni den Alltag. Der Ottenpapa lernt fleißig und wir Mädels vertreiben uns die Zeit mit Spaziergängen, Quatsch machen, singen, laufen lernen, spielen, Bücher lesen und ganz viel kuscheln.
In ein paar Tagen fliegen das Ottenbaby und ich nach Deutschland, da wir uns mit Tagesmüttern treffen werden. Das Ottenbaby soll ab August ein paar Stunden die Woche betreut werden. Zum einen will ich endlich meine Masterarbeit schreiben, zum anderen soll sie sich frühzeitig daran gewöhnen, da ich ja dann auch zügig ins Referendariat starten möchte. Zusätzlich haben wir in der Woche noch die Früherkennungsuntersuchung beim Kinderarzt. Auch eine Besichtigung "unseres" zukünftigen Ottenheims steht auf der Agenda sowie Treffen mit Familie und Freunden.
Ottenpapa und ich haben für unser Ottenbaby ein Fotoshooting (Cake Smash & Little Splash) für ihren ersten Geburtstag gebucht. Bei diesem Shooting bekommt das Ottenbaby einen Geburtstagskuchen zum Matschen und wird anschließend gebadet. Wir freuen uns schon sehr darauf. Glücklicherweise hat das Ottenbaby auch keine Probleme damit ihre Hände schmutzig zu machen. Für das Fotoshooting ist auch das rosafarbene Tütü auf dem Bild bei uns eingezogen, genauso wie weitere Kleidungsstücke für den Frühling. Dominierende Farben sind, wie soll es auch anders sein, rosa, pink, weiß und grau. Wir lieben es einfach, sie in "typische" Mädchenfarben einzukleiden (ihr wollt gar nicht wissen, wie ihr zukünftiges Kinderzimmer aussehen wird).
Am letzten Wochenende war der Ottenhund bei ihrer "Pflegefamilie" und wir waren, aufgrund des schlechten Wetters, in der Mall. Eigentlich wollten wir uns ein Schloss angucken, da es aber wie aus Kübeln gegossen hat, entschieden wir uns um. Wir aßen gemütlich beim Thailänder und schlenderten durch die Geschäfte.
In dem Baby Sensory Kurs haben wir einmal gemalt, da das Ottenbaby ziemlichen Spaß daran hatte, sind nun auch Fingerfarbe und Co. bei uns eingezogen. Es ist einfach wunderschön zu sehen, wie sehr sie sich zu einer Persönlichkeit mit Interessen entwickelt.
Gestern lief das Ottenbaby dann die ersten Schritte ganz alleine. An ihrem Lauflernwagen sprintet sie ja förmlich durch unser Ottenheim. Es sieht so aus, als wenn sie noch vor ihrem ersten Geburtstag laufen wird. Das geht uns Otteneltern dann doch alles zu schnell. Bald ist sie kein Baby mehr, sondern ein Kleinkind. Dabei fühlt es sich doch so an, als wenn wir sie erst gestern auf dieser Welt begrüßt haben.

Mittwoch, 22. Februar 2017

Spring is around the corner

Die Temperaturen steigen, die Sonne strahlt vom Himmel, die ersten Blumen sprießen aus der Erde und die Tage werden endlich wieder länger. Der Frühling kehrt in Aberdeen ein. In "unserem" schönen Park wird schon fleißig Landschaftspflege betrieben. Die Arbeiter verlegen Rollrasen, graben einige Stellen im Park um und bepflanzen die Beete.
Wir verbringen unheimlich viel Zeit im Freien und genießen jeden Sonnenstrahl der uns vom Himmel küsst. Der Winter war doch recht trüb, grau und hat auf die Stimmung geschlagen. Mit dem Beginn des Frühlings und dem Erwachen der Natur, kehrt auch bei uns endlich die Energie zurück.
Jetzt wo das Wetter wieder besser ist, wollen wir natürlich auch noch mehr von Schottland entdecken. In diesem Sinne senden wir sonnige Grüße aus Aberdeen ins trübe Deutschland.

Freitag, 17. Februar 2017

Studieren in Aberdeen

Nachdem meine Frau ja nun schon den einen oder anderen Eintrag hier verfasst hat, ist es wohl nun auch an mir einen Beitrag zu unserem kleinen Blog zu leisten. Und was bietet sich da mehr an als ein paar Zeilen über mein Leben als Ottenpapa und Student zu verfassen.
Grundsätzlich war es schon eine ganze Weile mein Wunsch, noch einmal im Ausland als Student Erfahrungen zu sammeln. Es hat sich allerdings während meines Bachelors nie wirklich ergeben, obwohl die Gelegenheit sicher da gewesen wäre. Aber wie das so ist, waren dann Praktika und auch die Freundin irgendwie immer wichtiger. Nachdem ich nach dem Bachelor schon knapp zwei Jahre in Lohn und Brot stand, ergab sich nun allerdings doch noch die Gelegenheit, im Rahmen eines Masterstudiums genau diese Erfahrung zu machen.
Zunächst sollte es für uns nach Cork im schönen Süden Irlands gehen. Leider wurde mir der bereits zugesagte Studienplatz dann, ich vermute aufgrund mangelnder Anmeldezahlen, allerdings doch verwehrt und der Studiengang gestrichen. So musste ich mich ziemlich kurzfristig nach einer Alternative umsehen und bin dann, auch dank der Hilfe von college contact, schnell fündig geworden. College contact ist eine Agentur in Münster, die im Auftrag von Universitäten im Ausland kostenfreie Beratung und Vermittlung von Studienplätzen in aller Welt anbietet. So ging es dann also nach Aberdeen, Schottland. Ich wusste vorher nicht viel über diese Stadt, aber die wesentlichen Anforderungen (englischsprachig, Ein-Jahr-Master) waren hier erfüllt und die Studiengebühren sind vergleichsweise gering. Und im Endeffekt ist es ja auch so, dass man es sich überall gemütlich machen kann.
Nachdem ich bereits im Vorfeld einmal in Aberdeen war um eine Wohnung zu suchen, ging das Abenteuer dann im September für mich und den Ottenhund so richtig los (Reisebericht). Den ersten Kontakt mit der Universität machte ich auch ziemlich zeitnah, da hier die sogenannten „Freshers“ starteten, eine DREIWÖCHIGE Einführungs- / Partyveranstaltung. Für mich als alleinerziehenden Hundepapa war dort allerdings nicht viel zu holen, da ja Frau und Kind noch in Deutschland verweilten und ich somit nicht lange das Haus verlassen konnte. Und dazu muss ich auch sagen, dass diese Veranstaltungen doch vor allem für die jüngeren, undergraduate Studenten gedacht sind. Somit war mein Interesse sowieso eher gering. Insgesamt war es trotzdem interessant und beeindruckend zu sehen, welchen Aufwand hier die Studentenvertretungen (student unions) betreiben um die neuen Studenten zu begrüßen. Dagegen wirkt die eine oder andere O-Woche in Deutschland geradezu mickrig.
Natürlich ließ ich es mir aber nicht nehmen, die Universität ein erstes Mal zu besuchen und zu besichtigen. Der noch relativ neue Campus der Robert-Gordon University in Aberdeen liegt sehr schön an einem Fluss (River Dee) gelegen und umfasst diverse sehr schicke und moderne Gebäude. Es gibt eine tolle Bibliothek mit klasse Ausblick über Aberdeen, ein eigenes Sportscenter und auch die Business School hat sein eigenes, sehr schönes Gebäude. In allen Gebäuden sind sehr gut ausgestattete Räumlichkeiten vorhanden und auch für das leibliche Wohl ist jeweils gesorgt (Subway, Costa, Pizza etc.).
Das Studium selbst ist in drei Abschnitte eingeteilt. Der erste Abschnitt begann somit Ende September und die Vorlesungszeit endete kurz vor Weihnachten. Im Januar standen dann die ersten Klausuren an. Mein Studiengang (MSc Accounting & Finance) ist so aufgebaut, dass im ersten Teilabschnitt die Grundlagen gelegt und dann per Klausur geprüft werden. Die Inhalte waren auf vier Module mit den Schwerpunkten Finance, Accounting und Quantitative Methoden verteilt. Das zweite Trimester, welches dann jetzt seit ca. drei Wochen läuft, baut dann darauf auf und vertieft gezielt bestimmte Inhalte bis ins Detail. Im zweiten Semester liegt der Fokus auf Corporate Finance, Management Accounting und die Vorbereitung der Master Thesis, welche dann das Kernelement des dritten Abschnitts bildet. Die vorherrschende Prüfungsform im zweiten Abschnitt ist auch nicht mehr die Klausur, sondern es werden zunehmend Hausarbeiten als Leistungsnachweis verlangt. Somit läuft ab jetzt offensichtlich alles auf die finale Erstellung der Abschlussarbeit hinaus.
Was aber sicher interessanter ist, sind meine Erfahrungen im Studienalltag. Mein Kurs besteht aus 15 Studenten, ist also relativ klein. Um trotzdem wirtschaftlich zu arbeiten, bietet die Uni mehrere ähnliche Masterkurse an (Financial Management, Oil & Gas Finance etc.), welche sind dann diverse Kurse teilen und somit sind wir in der Regel knapp 30 Studenten in den Vorlesungen. Die Zusammensetzung ist dabei sehr international (Schotten sind sogar eher die Ausnahme). Das liegt an der eher praktischen und für berufserfahrene ausgelegten Studienordnung der Robert Gordon University im Bereich Master Wirtschaftswissenschaften. Meine Kommilitonen kommen somit aus ganz Europa, Asien und vor allem auch Afrika (viele aus Nigeria und Ghana). Genau das macht es aber, aus meiner Sicht, so spannend hier zu studieren. Man bekommt unheimlich viele neue Eindrücke und lernt die verschiedensten Menschen und deren Kulturen kennen. Alle sind irgendwie fremd in Aberdeen und somit schweißt das gut zusammen. Neben den vielen internationalen Studierenden sind auch die Dozenten sehr international. Meine bisherigen Professoren kamen unter anderem aus China, Pakistan oder Nigeria. 
Falls jemand explizite Fragen zum Studieren in Aberdeen hat, können diese gerne in den Kommentare hinterlassen werden.