Sonntag, 27. November 2016

Christmas Spirit im Ottenheim

Auch in Schottland ist die vorweihnachtliche Stimmung zu spüren. Die Geschäfte sind geschmückt. Die Weihnachtsmusik dröhnt aus allen Lautsprechern. Geschenksets in allen Variationen stehen in den Schaufenstern und Santa Claus ist in verschiedenen Lokalitäten anzutreffen.
Auch wir Otten haben uns von dem hier herrschenden Christmas Spirit anstecken lassen. Täglich hören wir (besonders das Ottenbaby und ich) Weihnachtsmusik. Zum einen liebt das Ottenbaby Musik. Zum anderen kann ich keine Adventszeit ohne Frank Sinatras "The Christmas Album" verbringen. Auch die Jackson 5 dürfen niemals fehlen und wenn es dann gar nicht mehr anders geht, schallt auch Wham! mit ihrem Ohrwurm "Last Christmas" durchs Ottenheim.
Nicht nur typische Weihnachtspullover, wie im Film Bridget Jones, und ein Weihnachtsoutfit fürs Ottenbaby sind bei uns eingezogen, sondern auch super kitschige Dekorationen aus dem 1-£-Laden. Es ist anders. Es glitzert, funkelt und strahlt in pinker Farbe. Doch genau so soll es sein! Anders! Besonders! Einmalig! Außergewöhnlich! Dieses Jahr ist das Fest der Freude nämlich genau das für uns.
Einen improvisierten Adventskranz (aus Plastik mit glitzernder silbernder Deko und einer nach italienischem Biscuit duftenden Yankee Candle in der Mitte) gibt es bei uns auch. Wir sind gestern noch extra in ein Garden Center gefahren, um dann festzustellen, dass die dort alles haben, außer Pflanzen. Ok ein paar Weihnachtsbäume (künstlich und echt) haben wir gleich hinter dem Winter Wonderland, in welchem die Kinder Santa Claus treffen können, dann doch gefunden.
Obwohl vieles so anders, bunt und schrill in diesem Jahr ist, genießen wir diese besondere Zeit gemeinsam als Familie. Alte Gewohnheiten (Mandarinen gibt es erst am 1. Advent) paaren sich mit neuen Erfahrungen. Doch eines bleibt immer gleich, nämlich die Vorfreude in wenigen Wochen erneut das Geburtsfest Jesu zu feiern. In diesem Sinne wünschen wir euch einen gesegneten 1. Advent und einen besinnlichen Start ins neue Kirchenjahr.

Freitag, 25. November 2016

Best Friends

Ottenhund und Ottenbaby haben in den letzten Wochen eine ganz besondere Beziehung aufgebaut. Das liegt sicherlich auch daran, dass das Ottenbaby gerne ihren Mittags- und oder Abendbrei mit dem Vierbeiner teilt.
Besonders das Ottenbaby liebt den Ottenhund. Dieser bringt das Ottenbaby regelmäßig herzhaft zum Lachen. Streichel- und Kuscheleinheiten gehören auch immer häufiger dazu, auch wenn wir das Ottenbaby kontinuierlich daran erinnern müssen nur zu streicheln und nicht im weichen Fell zu ziehen. Auch dem Ottenhund gefällt die neu gewonnene Nähe zum Ottenbaby. In den ersten Lebensmonaten haben wir die beiden nämlich auf Abstand gehalten, da unser Ottenhund zum dauerschlecken neigt (keine Hand bleibt ihr trocken). Mittlerweile wird zwar weiterhin in Dauerschleife geschleckt, aber wir sind etwas entspannter geworden.
Gemeinsam erkunden die beiden nun die Welt, besser gesagt unser kleines Ottenheim. Sie hocken vor dem Fenster oder spielen "jage den Ottenhund" (eine richtige Jagt ist das allerdings noch nicht, sondern eher ein Schneckenrennen). Egal wo der Ottenhund auch liegt, das Ottenbaby pirscht hinterher.  Auch die Mahlzeiten (des Ottenbabys) werden schwesterlich geteilt.
Wir freuen uns darauf weiterhin zu sehen wie die Beziehung unserer beiden Babys weiterhin wächst und das besonder Band stärker wird.

Dienstag, 15. November 2016

Samstags im Duthie Park

Nach der Sensory Class (diesmal hatte der Ottenpapa das Ottenbaby begleitet) beschlossen wir einen kleinen Ausflug zu machen. Es war einfach sonnig und wunderschön draußen. Der Mittagsbrei (Möhre-Fenchel-Kartoffel-Rindfleisch mit Rapsöl und O-saft verfeinert) wurde natürlich noch gierig vom Ottenbaby verschlungen (sie macht neuerdings nach jedem Löffel immer den Laut Mhhhh) und dann ging es auch schon los. 
Der Duthie Park ist etwas kleiner als der Hazelhead Park in unserer Nachbarschaft, doch mindestens genauso schön. Die Parkanlagen in Aberdeen sind generell alle sehr gepflegt und toll bepflanzt. Den Duthie Park macht der David Welch Winter Garden so besonders. Dies ist ein bepflanzter Indoor Garten mit tropischen Pflanzen. Leider sind Hunde im drinnen nicht erlaubt. In der Mitte des Parks steht ein riesiger weißer Pavillon (ich hab nur darauf gewartet, dass Rory oder Lorelai vorbeikommen). In diesem können Trauungen vollzogen werden. Eine wahrhaftig traumhafte Kulisse. 
Im Park spazierten unglaublich viele Familien mit und ohne Hunde an diesem Samstag. Scheinbar wollten viele Leute Vitamin D tanken und noch einmal die Sonne auf der Nase kitzeln spüren. Während wir unsere Runden drehten oder Faul in der Sonne saßen, machte das Ottenbaby seelenruhig den Mittagsschlaf in ihrem Kinderwagen. Der Ottenhund begrüßte unzählige Artgenossen (Mitch hat ihr besonders gut gefallen), posierte für Fotos und bewachte den Park. Zufällig haben wir eine Kommilitonin des Ottenpapas getroffen. Auch sie war mit ihrer Hündin unterwegs.
Nach zwei Stunden haben wir uns dann auf den Heimweg gemacht, denn wir hatten, wie immer am Wochenende, noch einiges zu tun. 

Samstag, 12. November 2016

Rhythm Class

Mittwochs haben das Ottenbaby und ich seit zwei Wochen immer eine Rhythm Class. Ja genau, ihr lest richtig, wir besuchen eine weitere Class. Klar wir wollen unser Ottenbaby natürlich fördern und ihre Entwicklung unterstützen, allerdings sind diese verschiedenen Gruppen bzw. Classes auch eine Möglichkeit für mich einmal aus dem Alltag auszubrechen. Das Leben hier als SAHM (stay at home mom) ist nämlich manchmal ganz schön einsam.

Wir sind nur eine kleine Truppe (4 Mütter + Leitung) in der Class. Neben zwei Schottinnen besucht auch eine Holländerin, die ebenfalls für ein Jahr in Aberdeen lebt, diesen Kurs. Die Größe ermöglicht es, dass wir uns wirklich kennen lernen können. Die anderen beiden Babys sind 4, 5 und 9 Monate alt.
Eine Sitzung dauert 1,5 Stunden und findet in einer "Spielfarm" außerhalb von Aberdeen statt. Auf dem Weg dorthin haben wir einige Bauern, viele Schafe und zahllose Rinder entdeckt. Bei Gelegenheit werden wir mal Bilder machen. Landschaftlich ist der Weg echt wunderschön.
Die Class beginnt jedes Mal mit einer viertel Stunde freies Spielen (es liegen verschiedene Instrumente und Spielzeuge in der Mitte des Kreises, die die Babys erproben können). Wir Mütter nutzen die Zeit für einen Kaffeeklatsch. Anschließend startet das einstündige Programm. Das bedeutet, dass verschiedene Lieder, mit bestimmten Bewegungen/Massagen verknüpft, gesungen werden. Zum Schluss ist nochmal eine freie Spielphase für die Babys während wir über unterschiedliche Themen sprechen (z.B. Wachstum, Tragen von Babys in Tüchern...)
Die Rhythm Class fördert:

  • die Sprachentwicklung
  • die Hand-Auge Koordination
  • die Muskelentwicklung
  • das Balancegefühl
  • die Sozialen Fertigkeiten
  • die Körperwahrnehmung

Wir hatten bisher zwei Sitzungen. Sowohl dem Ottenbaby als auch mir gefällt es wirklich gut. Wir sind beide jedes Mal ziemlich müde, wenn wir wieder im Ottenheim ankommen. Ich versuche die Lieder inklusive der Bewegungen in unseren Alltag zu integrieren. Teilweise ist dies eine kleine Herausforderung, da ich die Songtexte immer wieder vergesse (ich schiebe es einfach mal auf die Stilldemenz)!

Montag, 7. November 2016

Ottenpapas Movember

Seit dem 1. November trägt der Ottenpapa einen Schnäuzer, denn ich habe ihn herausgefordert am Movember teilzunehmen.  Movember (eine Kontamination aus den Wörtern Moustache und November) wird hier im Vereinigten Königreich doch stark beworben. Es ist der Monat, in dem viele Spenden für die Männergesundheit gesammelt werden sollen. Als gemeinsames Zeichen dient der Schnurrbart.
Falls also jemand Lust hat den Ottenpapa zu unterstützen, kann es gern unter folgendem Link (http://mobro.co/mobrojoeo) machen. Er würde sich auf jeden Fall freuen. Das Wachsen des Schnäuzers wird hier natürlich dokumentiert. Ottenpapa selbst findet seinen Schnurrbart "hässlich".

Montag, 31. Oktober 2016

Busy Weekend

Am letzten Wochenende im Oktober standen viele Termine im Kalender der Ottenfamilie. Dementsprechend früh startete der Supersamstag im Ottenhaus. In ihrem neuen Halloweenoutfit gekleidet fuhren das Ottenbaby und ich mit dem Bus zur Sensory Class. Sie sah sehr niedlich aus, wobei ich der Meinung bin, dass ihr die Farbe rosa doch deutlich besser steht als orange. Ja ich gebe es gerne zu, ich bin eine absolute Stereotypenmama und ziehe ihr am liebsten rosafarbende Kleidchen  mit Feenstaub an.  Die anderen Babys der Class waren auch zuckersüß verkleidet. Besonders das kleine Krümmelmonster hat mir gefallen.
Nach der Class sammelte der Ottenpapa uns ein und setze mich am Hilton Hotel ab. Dort war ein Baby- und Kinderflohmarkt, den ich unsicher machen wollte, denn das Ottenbaby benötigte neues Spielzeug, einen Hochstuhl und viele viele neue Bücher (ich kann die ganzen Bücher alle schon auswendig). Vor dem Hilton Hotel war eine lange Warteschlange. Ich wartete ca. 15-20 Minuten, unterhalten von den zwei Amerikanerinnen hinter mir (gefühlt kenne ich jetzt beide Lebensgeschichten), bis ich endlich in die Verkaufsräume durfte. Die besten Stücke waren, wie das immer ist, schon vergriffen. Ich kämpfte mich also an die Stände, in der Hoffnung, doch das ein oder andere nützliche Teil zu erwischen. Leider vergebens. Meine Ausbeute war überschaubar. Ich ergatterte zwei Bücher, ein Motorikspielzeug und zwei undefinierbare lärmende Plastikgeräte (eigentlich befürworte ich ja Holzspielzeug, die Schotten scheinbar allerdings nicht).
Nach dem Mittagsschlaf zogen der Ottenpapa und das Ottenbaby gemeinsam los, um weiteres Spielzeug zu kaufen, während ich, wie meistens, den Brei für die Woche kochte. Ottenhund schlief seelenruhig auf ihrem Sofa. Pünktlich zum Highlight des Tages (Derby) kamen die beiden von ihrer Shoppingtour zurück. Stolz und mit strahlenden Augen präsentierte der Ottenpapa das neue Teil. Ich sag nur so viel, die lärmende Plastikspielzeugkollektion wurde erweitert.
Gemeinsam schauten wir die erste Halbzeit. Jeder drückte "seinem" Team die Daumen. Ich durfte mir natürlich anhören, dass ich ja immer nur ein Fan sei, wenn es mir passt. Laut dem Ottenpapa nämlich nur dann, wenn ich ihn damit ärgern kann. Er vergisst wohl ständig unseren Spruch im Ehering "Echte Liebe, ein Leben lang". In der zweiten Halbzeit guckte nur noch der Ottenpapa aufgeregt das Spiel, während ich das Ottenbaby fütterte und für uns Dinner kochte. Damit war der Supersamstag dann zumindest für mich vorbei.
Auch der Sonntagmorgen begann im Ottenhaus früh, denn der erste Schwimmkurs für das Ottenbaby stand bevor. Gemeinsam fuhren wir zum Gym, welches in der Nähe des Strandes ist. Ottenbaby und ich stiefelten zum Schwimmen, während Ottenpapa den Ottenhund am Strand ausgiebig ausführte. Wir kauften für das Ottenbaby ein Starter Packet. Dies enthält eine Unterlage aus Neopren, eine "Neoprenwindel" (wird über die Schwimmwindel gezogen), einen Neoprenanzug und eine Neoprenweste. Alles natürlich, weil ich ja so auf Mädchenfarben stehe, in Pink. Das Ottenbaby sieht so niedlich darin aus. Babys in Neoprenanzügen sind einfach goldig.
Jetzt aber zur Class. Unser Ottenbaby liebt das Wasser, ganz wie die Ottenmama. Sie gehört allerdings zur faulen Sorte, denn sie bewegt ihre kleinen Hobbitfüßchen keinen Zentimeter, sondern lässt sich lieber von der Ottenmama durchs Wasser ziehen. Die Class dauert insgesamt eine halbe Stunde. Das hört sich wenig an, ist aber für so ein kleines Wesen eine ziemliche Anstrengung. Vieles wird mit Gesang bzw. Sprüchen unterstützt, sodass das Baby auch bestimmte Laute bzw. Wörter mit Handlungen verbindet.
Nach der Class sammelte der Ottenpapa uns ein und wir fuhren nach Hause. Es dauerte keine fünf Minuten und das Ottenbaby schlief tief und fest in ihrem Babysitz (das macht sie eigentlich nur noch ganz selten). Der restliche Sonntag verlief entspannt. Ottenpapa spazierte am Nachmittag mit den Ottenbabys durch den Park, während ich an einer Hausarbeit über die geistlichen Spiele des Mittelalters arbeitete. Kulinarisch verwöhnt wurden wir ebenfalls vom Ottenpapa. Er kochte und ich skypte mit der Familie.
Noch ein kleines Update zu unserem Ottenbaby. Sie entwickelt sich im Moment so wahnsinnig schnell. Zur Zeit übt sie ihre Laute ausgiebig. Die Lautverbindungen MamMamMam oder LalLalLal schallen regelmäßig durchs Ottenhaus. Ottenpapa und ich sind der Meinung, dass wir auch schon ein PapPapPap gehört haben. Neben der Sprache werden auch die Bewegungen immer gezielter. Allerdings hat das Ottenbaby herausgefunden, dass sie sich nicht zwangsweise bewegen muss, um an ein Spielzeug zu kommen, denn es funktioniert mindestens genauso gut an der Spieldecke zu ziehen bis das Spielzeug vor ihrer Nase liegt.
Da der Beitrag am 31.10 veröffentlicht wird, wünsche ich allen Leserinnen und Lesern noch einen wunderbaren Reformationstag und verweise auf die lesenswerte Stelle im Römerbrief 3,28.

Donnerstag, 27. Oktober 2016

Throwback Thursday

Letzte Woche hatten wir einen wunderschön rotgefärbten Himmel. Dies hab ich genutzt, um unserem Ottenbaby zu erklären, dass die Engel bereits tausende Plätzchen für die Weihnachtszeit backen. Die wichtigen Dinge kann ein Kind nie zu früh lernen.
Ein wenig Vorfeude auf die besinnliche Weihnachtszeit spüre ich jetzt schon. Diese Zeit ist immer etwas besonderes. Ja sie hat gar etwas magisches mit all den vielen bunten Lichtern in den Fenstern und den verschiedensten sinnlichen Düften. Doch in diesem Jahr ist es mehr, es ist das erste Weihnachtsfest mit unserem Ottenbaby. Na gut, es ist auch der erste heilige Abend, den die Otteneltern gemeinsam verbringen. Also müssen wir erst einmal für uns herausfinden, wie wir diese besonderen Wochen/Tage für uns als Familie gestalten wollen. Eins ist jedoch klar. "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" und der Besuch eines Gottesdienstes gehören definitiv dazu.
In diesem Sinne wünsche ich euch, liebe Leser, dass ihr auch hin und wieder die Magie des Kindseins in den rotgefärbten Himmeln entdecken könnt und vielleicht sogar einen Engel mit Plätzchen erspäht.